Archiv

Velsmakende

Was wäre denn Urlaub ohne leckeres Essen? Einfach absolut nix. Wobei Gourmet-Restaurants auf Sommarøy rar gesät sind, ebenso wie Stätten gepflegten Tortenkeilvernichtens. Aber leckeres Essen kochen wir halt selbst – jeden Morgen gibt es DAS Urlaubsfrühstück schlechthin: Haferbrei mit Zimtzucker und zerlassener Butter.

2017-02-22-08-23-39

Abends stehen deftige Suppen und Eintöpfe auf dem Speisezettel und auf dem Blech gebackenes Gemüse. Letzteres gelingt durch die Verwendung von roten und gelben Rüben und Ringelbete (!) besonders farbenfroh.

2017-02-15-18-56-06

Kunterbuntes für den Abendbrotteller

Ein Augen- und Gaumenschmaus! Guten, hausgemachten Kuchen bekommen wir während unserer Reise z. B. bei „Mad Cooperativet“ im Kopenhagener Hauptbahnhof – die Kanelsnurrer schmecken verteufelt butterig und gut. Die dem Supermarkt angeschlossene Cafeteria von „Eides Landhandel“ in Kvaløysletta (Nähe  Tromsø) könnte sicher gemütlicher (und besser geheizt!) sein, Brownies & Apfelschnitte aus eigener Bäckerei munden hervorragend. Die ‚Landhandel‘-Bleche mit Pfannkuchen bieten beträchtliches Hüftgold feil.

Am Eingang des Marktes verlockt die Kundschaft eine große Platte mit Kostehäppchen  von Plundergebäck mit zuckrig-buttrig-cremiger Füllung… ich muss 3x die Naschrunde drehen. Das Käseregal bietet z. B. „Brunost“, also Karamellkäse, in nicht unbeträchtlicher Menge, u. a. mit Schoko- oder auch Zimtgeschmack an. Der mit Zimt wird zum Mitnehmen gebunkert. Des Fischliebhabers Herz schlägt an der Fisch- und Meeresfrüchte-Theke höher.

Ob das Herz an der Kühltruhe mit Walfleisch höher schlagen muss, bleibt jedem selbst überlassen. Nach einem Selbstversuch vor Jahren während eines Lofot-Urlaubs haben zumindest wir es nicht erneut zu Äußersten kommen lassen. Was allerdings Wiederholungspotential hat, ist ein Besuch im „Café Svermeri“ in Tromsø. Die Kuchentheke ist zwar übersichtlich bestückt, aber der von uns ausgewählte „Snickers Cake“ hat’s in sich – er mundet prima!

20170215_131610

Im ‚Café Svermeri‘

20170215_131817

Was natürlich ebenfalls immer gut mundet, ist Selbstgebackenes. Zunächst werden die Reise-Vorräte aufgebraucht – letzte Lebkuchen und zum Geburtstag erhaltene Florentiner aus Spandau – sooo lecker! Aber irgendwann ist alles aufgenagt, und ich probiere erst zwei „Drömmar“-Rezepte aus: mit Zimt und Kardamom bzw. mit Nugat-Würfel drauf. Wunderbar „sprø og knaprig“!

20170213_142829_lls

Links Heimisches, rechts „Drömmar“

Was außerdem reichlichst verbraucht werden kann, sind Haferflocken (eine Tüte von 1,1 kg ist für unseren Urlaub zu wenig – aber zwei Packungen für den morgendlichen Haferbrei zu viel) und Öl (die 1-Liter-Flasche war einfach am preiswertesten) und Zucker… und Mandeln sind noch da und Zimt, Kardamom und Nugat… ich grabe im Internet nach einem Rezept, das ohne Butter, sondern nur mit Öl auskommt, wandele es ein wenig ab und backe

20170217_171212

HAFER-MANDEL-NUGAT-COOKIES

1/4 l neutrales Rapsöl

12 leicht gehäufte EL Zucker

2 Eier

12 leicht gehäufte EL Mehl

1 Prise Salz

1/2 Natron

Zimt & Kardamom (so viel, wie euch halt schmeckt)

32 leicht gehäufte EL feine Haferflocken

1 Handvoll gehackte Mandeln

50 g Nugat, gewürfelt

Den Herd auf 180°  vorheizen.

Öl, Zucker und Eier per Schneebesen schön cremig rühren. Mehl, Gewürze und Natron mischen, unterrühren. Zum Schluss die Haferflocken, die gehackten Mandeln und die Nugatwürfel dazugeben und alles  mischen, bis ein leicht krümeliger  Cookieteig entsteht.

20170217_171144

Mit Hilfe eines Teelöffels Cookies auf Bleche mit Backpapier setzen (ich habe 44 Cookies aus der Teigmenge hergestellt). In 12 -15 Minuten goldbraun backen.

Also die hier sind kleine Knusperträume geworden, die zwar durchaus mit weniger Zucker auskommen können, aber immerhin durch die Masse an Haferflocken einen Hauch von Gesundheit verheißen *grins*.

Die Seele wird auf jeden Fall gestreichelt!

 

Advertisements

Auf ein Neues!

Sonntagabend. Das neue Jahr ist bereits eine Woche und einen Tag alt. Zeit für eine Wortmeldung! Der Januar war schon fleißig. Er hat sich auf seine ureigene Aufgabe besonnen, ein Wintermonat zu sein. Und pünktlich Neujahr kommt der Frost. Wir sind mit der Silvesterbande durch den letzten Abend des Jahres 2015 getrullert, finden uns am Neujahrsmorgen in einer äußerst vernebelten Uckermark wieder und stehen am zweiten Tag des Jahres vor zugefrorenen Autotüren. Zurück zu Hause finden wir Eisblumen an unseren Fenstern vor. Der Frost kneift so richtig. Ich muss tatsächlich meine Pudelmütze aktivieren. Wenige Tage später… kommt der Schnee.

20160106_113822.jpg   20160104_052404.jpg

Schnee! Kennen wir Flachlandtiroler kaum noch.  Aber er fällt und fällt und bleibt sogar (vorerst) liegen – allerdings auch keine Sekunde zu lange. Die winterliche Kulisse versetzt uns in die richtige Stimmung für ein ganz traditionelles Januar-Event: Weihnachtsbaum-Begucken im RöRi. Da wir aufgrund unserer mannigfaltigen Reiseaktivitäten an den Feiertagen seit Jahr und Tag kein eigenes Rütchen mehr in die Stube stellen, nehmen wir nachträglich noch ein wenig Weihnachts-Feeling auf.

20160109_151331

Im RöRi steht das Bäumchen noch in voller Pracht und sieht wundervoll aus. Das kulturelle Event wird selbstredend von leckersten Kalorien eingerahmt. Icke hat sich mit einer Schoko-Käse-Torte selbst übertroffen (ja ja – supergut!!!); wir verkosten drei Rum-Pröbchen, die 2015 mit den entsprechenden Urlaubern aus Mauritius nach Mitteleuropa geflogen sind. Zum Abendessen werden u.  a. selbstgebackenes Brot und polentagefüllte Champignonköpfe serviert, hmmm. Wir werden so richtig verwöhnt! Da ich einfach nicht anders kann, schleppe ich natürlich auch was an. Für jeden ein frisch gebackenes Sonntagsbrötchen. Kohlrabiblätter-Pesto für den Abendbrottisch. Und zum Nachmittagskaffee süße Pröbchen des ersten 2016er Backwahns:

20160106_171630-1.jpg

SCHOKO-NUSS-MARMELADEN-WÜRFEL

(Verzauberte Rugelach)

300 g Mehl

240 g Butter

240 g Frischkäse

1 gehäufter Esslöffel Puderzucker

1 Prise Salz

Trockene Zutaten vermischen und mit Butter und Frischkäse zu einem glatten Teig verkneten, für ca. 1/2 h kalt stellen.

120 g aromatische Marmelade (ich habe Schlehe verwendet)

1 daumengroßes Stück frischer Ingwer (oder mehr, wer es mag)

80 g Zucker

Zimt nach Geschmack

80 g Walnüsse

200 g Schokolade, gern verschiedene Sorten

 

(Schoko-Weihnachtsmänner oder -Osterhasen, Marzipanbrote, was so kurz nach Weihnachten da ist, aber mit Naschen allein nicht zu schaffen ist – ca. 1/2 sollte aber schon dunkle Schokolade sein, sonst wird die Füllung zu süß)

20160106_171319-1

wenig Milch (zum Bestreichen)

1-2 TL grober Rohrzucker

Den Ingwer schälen, fein reiben und mit der Marmelade verrühren. Zucker mit Zimt nach Geschmack vermengen. Walnüsse und Schokolade hacken.

20160106_194200  20160106_194517.jpg

Dann die braune Lieblings-Backform (ca. 20 x 30 cm) fetten und mit Backpapier auslegen. Den Herd auf 180°C vorheizen. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, halbieren. Erste Hälfte auf Größe der Form ausrollen und als Boden in die Form legen. Erst Marmelade aufstreichen, dabei einen kleinen Rand lassen. Walnüsse und Zimtzucker (1-2 TL zurückbehalten) aufstreuen. Zum Schluss die gehackte Schokolade darübergeben. Die zweite Teighälfte entsprechend ausrollen, über die Füllung legen und andrücken. Mit wenig Milch bestreichen. Den Rohrzucker und den zurückbehaltenen Zimtzucker vermischen und über den Kuchen streuen – das gibt eine knusprige Zuckerkruste.

20160107_111056.jpg

Ab in den Herd und ca. 1/2 Stunde backen, bis der Kuchen leicht goldbraun wird. Dann herausnehmen und auskühlen lassen. In Würfel schneiden und diese nicht unnötig altern lassen… denn sie sind sehr gesund, senken z. B. den Cholesterinspiegel (Walnüsse!), wirken entzündungshemmend (der frische Ingwer!) oder haben eine tolle Wirkung auf gestresste  Augen – denn die  werden vor Genuss nur so gerollt und damit ordentlich befeuchtet. Das ist ja für die unsere durch ständiges auf-den-Bildschirm-starren zu trockenen Guckerchen seeehr wichtig. Nur… das Projekt „Bikini-Figur 2016“ sollte verschoben werden. Auf 2017 oder – eingedenk Ickes höchst verwerflicher Schoko-Käse-Torte – am besten gleich auf 2018.

Ich wünsche euch ein genussvolles Jahr 2016!

Im Schokoladen-Himmel

20151209_055120

Leute, gleich isses so weit: Weihnachten 2015. Wir sind 11 3/4 Monate (fast) jeden Morgen aufgestanden und sind nach dem Zähneputzen ohne Murren und Knurren zur Arbeit getrabt. Waren dortselbst sehr, seeehr fleißig und vor bzw. nach  der Arbeit sogar noch sportlich aktiv. Manchmal haben wir die Hütte geputzt und die Nachbarn freundlich angelächelt. Und nur ganz selten einen Mitmenschen vollgemeckert (wenn dieser Mitmensch z. B. seine Kippe nach der Quarzerei einfach in die Landschaft geschmissen hat). Wir haben die Kollegen nicht mehr geärgert als nötig, den Gemahl sowieso nicht. Und jetzt… JETZT stehen wir kurz vor der Belohnung: der Weihnachtsmann hat sich längst auf die Socken gemacht und natürlich viele schöne Dinge dabei, die wir uns redlich verdient haben! Rute, Kartoffeln, Kohlen… kriegen nur böse Kinder. Zu denen zählen wir nicht, ganz im Gegentum! Da er aber nicht alles schaffen kann, muss frau auch ein bisschen selbst tätig sein. Z. B. was die Plätzchenbäckerei angeht. Das wiederum ist ja nun kein Problem. Dem Anlass angemessen muss natürlich was besonders Leckeres zurecht gekrümelt werden. Da fällt mir umgehend ein Rezept ein, das schon zig Mal zubereitet wurde und aus einem meiner ersten Backbücher stammt. Mittlerweile erkennt das geübte Schlemmerauge sofort, worum es sich handelt, und es folgt unweigerlich die Frage: „Sind das die, wo mehr Schoki nicht geht?“ JAAA, det sind se. Und frau kann keine Weizenwampe davon kriegen, weil so gut wie kein Mehl drin ist. Dafür wandert Schoki rein. Und zwar in Mengen. Unmengen! Eigentlich futtert frau ja über die Feiertage ja eh meist zuviel, aber hiervon… können eigentlich nicht genug auf den Teller rollen. Hmmm. Schmatz schmatz schmatz. Schoooooki marsch!

20151114_125057

DIE, WO MEHR SCHOKI NICHT GEHT

175 g Zartbitterschokolade, gehackt

115 g Butter

2 Eier

115 g Kristallzucker

50 g brauner Zucker

40 g Mehl

25 g Kakaopulver

1 TL Backpulver

Mark einer Vanilleschote

1 Prise Salz

115 g Walnüsse, geröstet und grob gehackt

175 g Zartbitterschokolade, gehackt

115 g weiße Schokolade, gehackt

115 g Bitterschokolade, gehackt

20151114_132239

Herd auf 160 Grad Celsius vorheizen. Backbleche mit Backpapier auslegen, das Backpapier leicht einfetten. 175 g Zartbitterschokolade über einem Wasserbad zusammen mit der Butter schmelzen und zu einer glatten Masse verrühren. Vom Herd nehmen, etwas abkühlen lassen.

20151114_130649

In einer Rührschüssel Eier, Zucker und das Mark der Vanilleschote schaumig aufschlagen. Die Schoko-Butter-Masse dazugeben, gut unterrühren. Mehl, Kakao, Salz und Backpulver mischen und unterschlagen. Die restlichen Zutaten unterrühren.

20151114_134813

Je einen Esslöffel Teig mit 5-10 cm Abstand (ich backe 8 Cookies pro Blech, dann haben sie genügend Platz) auf die Bleche setzen, mit Hilfe des Löffels oder mit leicht angefeuchteten Fingern Kreise formen. 8-10 Minuten backen oder so lange, bis die Oberfläche glatt und glänzend erscheint und erste Risse bekommt. (Und auf gar keinen Fall so lange backen, bis die Cookies vollständig fest sind!!! Dann hätte frau die Schoko-Stückchen im Cookie zu Kohle gebacken. Det wär blöd.)

Die Bleche herausnehmen und die Cookies etwas abkühlen lassen, bevor sie vorsichtig (!) mit einem Tortenschippchen o. ä. auf ein Kuchengitter gesetzt werden, wo sie ihrem endgültigen Schicksal entgegen kühlen.

20151114_132617

Seid ihr jetzt entsetzt, wenn ihr schwarz auf weiß seht, was alles drin ist? Bestimmt nicht. Denn wer diese Cookies kostet… ahnt irgendwie, dass sich darin nicht gerade geraspelte Möhren und Diät-Margarine tummeln. Gelle?

Also – noch wäre ein klitzekleiner Moment, den Weihnachtskaffee-Tisch mit diesen Leckerlis zu bebacken. Wem die Lust dazu fehlt, kann sich das Backen ja für  2016 vornehmen. Wer auch dazu keine Meinung hat, wartet einfach, bis die Cookies mal wieder aus dem Hause kq rollen! Bis dahin… tanzt doch einfach eine Runde auf dem Schokoladen-Vulkan.

20151114_132915

Und nun wünsche ich SCHÖNE WEIHACHTSFEIERTAGE!

PS: Und jetzt verrate ich euch, hüstel, sogar noch, wie sie aussehen…:

20150408_191123

Heute schon gedippt?

20151216_120759

So langsam beginnt der Endspurt 2015. Nicht dass das am Wetter zu merken wäre. Temperaturtechnisch könnten wir einen kühl-feuchten August haben! Aber plötzlich stehen unverhoffte süße Gaben auf meinem Schreibtisch. Die Verwaltung (!) verirrt sich in unsere Büros zwecks Wünschung schöner Feiertage. Die Kolleginnen verabschieden sich nach und nach in die letzten Urlaubstage des Jahres. Ich selbst habe tatsächlich zwischen Weihnachten und Neujahr frei. FREI! Juchuuu! Morgen gibt es uff Kleeche ein klitzekleines Vorfeiertags-Frühstück. Mit Keksen hab ich allerdings die Kollegen in den vergangenen Monaten genug beworfen. Marmelade… ist anderweitig verteilt. Hmmm. Erinnere mich spontan an „no kitchen for old men“, einen coolen Blog, der leider nicht mehr betrieben wird. Da gab’s doch mal… JAAA… eine voll leckere Kalorienbombe, die genau auf Hosenbundhöhe explodieren müsste:

20151217_184438

 

COOKIE DOUGH DIP

50 g Butter

30 g Rohrzucker

30 g Erdnussbutter

1 Becher Frischkäse (150g oder 200g)

30 g Puderzucker

50 g Bitterschokolade

20151217_195128

Butter und Rohrzucker bei milder Hitze schmelzen, bis der Zucker aufgelöst ist, vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Die Erdnussbutter unterrühren. In einer Schüssel den Puderzucker und Frischkäse mit dem Handrührgerät cremig aufschlagen. Die Butter-Zucker-Erdnuss-Mischung unterrühren. Und nun nur noch die grob gehackte Schokolade dazugeben, alles in ein Glas füllen und… löffeln, was das Zeug hält!

20151217_195504

Brötchen, Brot, Cookies… braucht frau alles nicht. Bei Abwesenheit von Löffeln oder Messern: Finger nehmen. Damit kommt frau auch viel besser in die Rundungen des Glases, um noch das letzte Fitzelchen des cremigen Glücks zutage zu fördern. Sollte wirklich alles Opfer des Nasch-Anfalles werden, umgehend eine längere Wanderung planen. Z. B. dem Weihnachtsmann entgegen gehen – das dürfte es fürs erste bringen.

Oder sich zusammenreißen.

Aber det – is schwer.

20151217_195350

 

 

Schneckchen

Arbeitswochen haben ja in der Regel fünf Tage. Leider. Aber manchmal… MANCHMAL… haben sie auch nur vier Tage! Nämlich dann, wenn frau einen freien Tag herausgeschunden hat, um z. B. lieben Besuch in Empfang zu nehmen. So wie vergangenen Freitag! Nach einer gepflegten und sehr frühen Runde  durch gechlortes Nass in der Schwimmhalle unseres Vertrauens geht es ab – einmal quer durch die Stadt zur Endhaltestelle der ODEG. Hier dampfen die Züge aus dem Heimatstädtchen herein und bringen diesmal jemand Besonderes mit – unsere Chefin. Damit ich sie auch ja nicht verpasse, bin ich eine ¾ Stunde vor Ankunft vor Ort und gönne dem Bauch schon mal den ersten Milchkaffee des Wochenendes bei „Steinecke“. Hmm.

20151121_111150-1

Pünktlich schnauft der Zug herein und entlässt die besondere Fahrgästin auf den Bahnsteig und in meine Arme. Nur gut zehn Minütchen springen wir in die Anschlussbahn nach Klein Moskau und sind am späten Vormittag in unserer Wohnung, wo es zunächst ein Käffchen zum Aufwärmen gibt  und die aktuelle Kollektion kruemelqueen-Cookies verkostet werden darf ( ähm: muss…).

20151120_121431

Einen faulen Tag machen wir uns aber ansonsten nicht! Wir steuern den  Blumenladen „umme Ecke“  an, wo ich einen wunderbaren Blumenstrauß u. a. mit einer phantastischen Hortensienblüte darin bekomme. Und wir bestellen Geburtstagsblumen – denn am nächsten Tag sind wir alle gemeinsam zur langen Nacht des Geburtstagfeierns und am Sonntag gleich nochmal zur Tortenschlacht im RöRi eingeladen. Da will frau ja schließlich nicht mit leeren Händen erscheinen! Anschließend schleichen wir durch unseren Bio-Supermarkt auf der Jagd nach Diesem und Jenem. Zu Hause wird dann zunächst der Grundstock für den abendlichen Rosenkohlsalat mit getrockneten Tomaten, Knobi und Zwiebeln gelegt, d. h., er wird so gut wie fertig gerührt – abends kommen dann nur noch geröstete Brotwürfel und Mandelstifte dazu. (Die Schüssel mit dem „Vorsalat“ muss allerdings anschließend gut abgedeckt werden – 2 große rote Zwiebeln und 2 Knobizehen fordern ihren Geruchstribut, der Rosenkohl ja sowieso…)

Spontan denke ich anschließend darüber nach, zum freitäglichen Nachmittags-Kaffee nicht (nur) Cookies und Co., sondern vielleicht auch noch etwas Kuchenähnliches auf den Tisch stellen zu wollen. Ich schwanke zwischen Pecan-Pie-Bars und etwas, das an Urlaub im Norden erinnert. Die Frage, wie die Entscheidung ausgegangen ist, erübrigt sich fast… in der Hoffnung, den Gemahl  enorm zu erfreuen, mache ich mich an die Turbo-Fertigung von

20141015_173825

ACHT FREITAGS-SCHNECKEN

Teig

  • 250 g Mehl (Weizen/ Dinkel gemischt)
  • ½ Päckchen Trockenhefe
  • Etwas Salz
  • 3 TL Vanillezucker
  • 1 gute Prise gemahlener Kardamom

vermischen, mit

  • 1 Ei
  • 3 Essl. Walnuss-Öl
  • lauwarmen Wasser (soviel wie halt nötig; wer will, kann natürlich auch Milch nehmen…)

zu einem glatten Teig verkneten. (Die Flüssigkeitsangabe ist, hüstel, etwas ungenau. Das Wasser/ die Milch nur nach und nach zugeben und kneten, kneten, kneten bis der Teig eben schön glatt aussieht, sich vom Schüsselrand löst und kaum noch klebrig ist.) Abdecken und an einem warmen Ort ohne Zugluft schön auf- aber nicht weggehen lassen!

20151120_153623

Füllung

  • Butter
  • Zucker, Zimt, Kardamom
  • 1 Handvoll Walnüsse
  • Ca. ½ Tafel Bitterschokolade (optional)

In der Zwischenzeit Butter aus dem Kühlschrank nehmen, so dass sie gut (!) streichfähig wird. Drei Esslöffel Zucker (wer es süßer mag, auch mehr)  mit Zimt und gemahlenem Kardamom nach Geschmack mischen. Walnusskerne  und  Schokolade hacken.

20151120_153848

Acht Vertiefungen des Muffinsbleches entweder mit Papierförmchen auslegen oder einfach aus Backpapier Vierecke schneiden und damit die Vertiefungen des Muffinsbleches bestücken (sozusagen selbst Muffins-Papierförmchen herstellen).

Den Teig nochmals gut durchkneten und  auf bemehlter Fläche ausrollen (ääähm… vielleicht  so auf 20 x 30 cm oder etwas größer… habe nicht nachgemessen…).  Vorsichtig die weiche (!) Butter aufstreichen. Würde schätzen, vielleicht ¼ Stück Butter verbraucht zu haben. Auf jeden Fall nicht zu wenig nehmen, sonst wird das Gebäck  trocken!

20151120_154147

Auf die Butter die Gewürz-Zuckermischung aufstreuen, dann gehackte Walnüsse und Schokolade gleichmäßig darüber verteilen. Den Teig von der Längsseite her fest aufrollen, anschließend in acht gleichmäßig große Scheiben schneiden. Jede Scheibe mit der Schnittfläche nach oben in eine Vertiefung des Muffinsbleches setzen und abgedeckt nochmals ca. 20 Minuten aufgehen lassen.

Den Herd auf 180°C vorheizen.

Wer möchte, kann die Schnecken jetzt vor dem Backen noch mit Milch oder verquirltem Ei bestreichen und gehackte Nüsse oder auch einfach nur etwas Zimtzucker aufstreuen. Ca. 20 Minuten backen lassen, Stäbchenprobe machen!

Herausnehmen und ungefähr 30 Minuten oder so lange, bis die Schnecken einen kühleren Hintern kriegen, ruhen lassen. In der Zeit kann ja schon mal der Kaffee aufgesetzt und der Tisch gedeckt werden. Mittlerweile ist auch mein Reiseleiter zu Hause eingetroffen; ich habe ihn schon mit einer Unterwegs-Meldung neugierig gemacht. Ist der Kaffee fertig und in die Tassen gegluckert, die erste gaaaaanz frische Hefeschnecke genießen. Ein Träumchen!

Meint der Gemahl übrigens auch.

Hmmm.

 

Murmelspiel

20151017_163607

Weil die Bäckerei vom langen Donnerstag sooo leckere Ergebnisse in die Keksdosen bringt, will ich euch auch ein zweites Rezept nicht vorenthalten. Zwar kann ja so gut wie alles mit ein wenig Geduld und Spucke aus den Weiten des Internets gefischt werden, aber wenn ich es hier niederschreibe, müsst ihr nicht so lange suchen! Die Leckerlis sind nicht völlig ungesund da mit Kokosraspeln gebacken, die ja immerhin viele Ballaststoffe mitbringen. Mit nur 60 g Zucker präsentieren sie sich auch nicht allzu süß, allerdings bergen sie eine Verwerflichkeit im Bäuchlein: Nougat! Davon bin ich ja absoluter Fan. Weil ich mich beim Vorhandensein entsprechender Vorräte nicht beherrschen kann, wird Nougatcreme gar nicht erst gekauft. Aber nun habe ich welche geschenkt bekommen. Zeit für eine kleine

20151017_142631  20151017_163607

KOKOS-NOUGAT-MURMELEI…

120 g Mehl

1 Päckchen Vanillepuddingpulver

Salz

100 g Kokosraspel

150 g (Veggie-) Butter

60 g Zucker

2 Esslöffel Cointreau

Nutella o. ä. (kühlschrankkalt)

Die trockenen Zutaten mischen, in eine Schüssel füllen. Die Butter in Würfeln dazu geben, Cointreau drüber träufeln. Alles fix zu einem glatten Teig kneten, mindestens 1/2 Stunde in den Kühlschrank stellen.

20151017_144632-1   20151016_211648-1

In der Zwischenzeit mit einem kleinen Teelöffel 24 Nutellaportiönchen auf ein Brettchen oder Teller geben, für mindestens 10-15 Minuten einfrieren, so dass jede Portion schnell rund geformt werden kann. Wieder ins TK-Fach stellen.

Den Teig nun 24fach teilen und zu ca. 20 g schweren Murmeln formen. In jede Murmel ein Nougatportiönchen drücken, mit Teig umhüllen und zwischen den Händen wieder zu Murmeln drehen. Zwei Bleche mit Backpapier auslegen, die Murmeln darauf setzen und ganz leicht flach drücken. Weil der Teig recht weich ist, habe ich die Bleche nochmals für 20 Minuten in den Kühlschrank gestellt.

Herd auf 175°C vorheizen und die Bleche nacheinander ca. 15 Minuten backen, bis die kleinen Kalorienbömbchen nur ganz zart goldbraun werden. Raus mit ihnen und auskühlen lassen.

20151017_150024-1

Sie sind herrlich mürbe und zergehen auf der Zunge, finde ich. Mmmmh.

20151017_162833

Langer Donnerstag – kurzes Brot

20151012_154046

Donnerstagnachmittag. Nach den vergangenen Wochen voller Herbstgold nunmehr fieser Niesel draußen vor dem Fenstern. Düsternis, die an November denken lässt. Und der Gemahl lässt mich mit solch einer Wetter-Tristesse allein und düst zum Fotoclub, von dem er erfahrungsgemäß erst 22 Uhr zurück sein wird. Hmmm. Selbst Schuld! So völlig ohne Aufsicht werde ich gegen die Kälte angehen (Herd anheizen). Ich werde stimmungsaufhellende Substanzen in nicht unbeträchtlicher Menge auf die Arbeitsfläche schleudern (Butter, Zucker, Schokolade, eben erst geschenkt bekommenes Nutella…) und verarbeiten. Ich werde mich körperlicher Ertüchtigung, nach der ja angeblich viele schöne Glückshormone ausgeschüttet werden sollen, hingeben (Rührlöffel schwingen). Ich sitze in Gedanken bereits hinter einem herrlichen Milchkaffee und einem Berg von Cookies und Keksen. Das sind Aussichten! Da ich erst am Spätnachmittag heimkomme, plane ich  zunächst (nur) die Fertigung von Nutella-Swirl-Cookies.

20151016_210748

Die Kleene hat da vor einiger Zeit den Vorreiter gemacht und mich davon überzeugt, auch so etwas backen zu wollen. Aber der Teig muss vor der Weiterverarbeitung im Kühlschrank ruhen. Ich habe also Zeit, die nicht verschwendet werden darf. Mir fällt ein, dass ich ein elektronisches Lesezeichen bei „Kokos-Nougat-Knöpfen“ gesetzt habe und noch ca. 100 g Schichtnougat aus einem der Präsentkörbe von Schwiegermamas 80. Börsdee im Küchenschrank leise vor sich hinweinen. Ich knete Kokosmürbteig. Aber der Teig muss vor der Weiterverwendung im Kühlschrank ruhen. Ich habe also Zeit, die nicht verschwendet werden darf. Hmmm… da schaffe ich doch bestimmt auch noch eine dritte Sorte? Irre wie ich nunmal bin, gnüddele ich auch noch einen weiteren Teig zusammen, der… auch vor der Weiterverarbeitung im Kühlschrank ruhen muss! Aber mittlerweile sind zum Glück Teig 1 und 2 so gut durchgekühlt, dass die Fertigung von Teig 4 entbehrlich bleibt. Die Swirl-Cookies werden mit Esslöffeln auf das Blech gesetzt und können in den Herd. Während die backen, rolle ich Nougatwürfelchen in Kokosmürbteig ein.

20151016_211648-1

Die Bällchen sehen perfekt aus – sowohl vor als auch dann nach dem Backen. Ich bin begeistert. Schließlich schreite ich erneut zur Tat. Denn auch Teig 3 hat jetzt genug gebibbert und sich ein bisschen Wärme verdient. Ja ja, ich verrate ja schon die näheren Einzelheiten!

MANDELCREME-SHORTBREAD

2 Essl. starker Kaffee

100 g Butter

80 g Mandelcreme (ich habe eine wie im Rezepteintrag vom 24. April genutzt)

50 g Puderzucker

Mark einer Vanilleschote

Salz

200 g Mehl

20151015_182552

Eine Springform mit 22 bis 24 cm Durchmesser fetten und mit Mehl ausstäuben. Butter, Mandelcreme, Mark der Vanilleschote, Kaffee und Puderzucker cremig rühren. Mehl und Salz zugeben und alles zu einem Teig kneten. Diesen gleichmäßig in die Form drücken, Schon mal 16 Stücke mit einem Messer markieren, jedes Stück mit einer Gabel einstechen. Für mindestens Stunde in den Kühlschrank stellen.(Zwei Stunden sind besser, aber wer hat schon so viel Geduld?)

Den Herd auf 150°C vorheizen. Die Form aus dem Kühlschrank nehmen, evtl. die Stücke nochmals mit dem Messer nachschneiden, falls der Teig vorher zu weich war. Für 45 bis 50 Minuten ab in den Herd. Immer gucken, ob das Gebäck nicht zu braun wird.

20151015_210458-1

Nach der Backzeit herausnehmen, vorsichtig den Springformrand lösen, 5 Minuten abkühlen lassen und dann in die bereits markierten Stücke schneiden (aber nicht vom Springformboden herunternehmen – die Kekse sind noch zu weich und brechen leicht.) Vollständig auskühlen lassen.

20151015_215325-1

Für die Verzierung:

80 g Bitterschoki (70% Kakaoanteil)

1 TL Kokosöl

bunte Zuckerperlen nach Belieben

20151015_215415-1

Jetzt wird mir langsam die Zeit knapp: Die Uhr zeigt bereits 21:30 Uhr! Egal: Die Schokolade (wem 70% Kakaogehalt zu bitter ist – einfach eine andere Schokolade verwenden) mit dem Kokosöl über einem heißen Wasserbad schmelzen. Ein Backblech oder ein großes Holzbrett mit Backpapier auslegen. Die Kekse vorsichtig vom Springformboden lösen und mit der breiteren Seite in die Schokolade tauchen, evtl. per Teelöffel noch mehr Schokolade auf den Keks geben. Auf das Brett legen und nach Belieben mit bunten Zuckerperlen verzieren. Trocknen lassen.

An diesem Punkt angekommen, dreht sich ein Schlüssel im Schloss, mein Fotokünstler entert die Wohnung und zeigt sich beeindruckt von meiner Arbeitsproduktivität. Dass ich – mal wieder – keine Flusen gejagt habe, muss ich ja nicht extra betonen…

Dafür staubsauge ich heute freiwillig. Und zum Freitagskaffee schmecken uns die Shortbreads phantastisch!

20151016_160119

Ein schönes Wochenende für euch alle!