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Velsmakende

Was wäre denn Urlaub ohne leckeres Essen? Einfach absolut nix. Wobei Gourmet-Restaurants auf Sommarøy rar gesät sind, ebenso wie Stätten gepflegten Tortenkeilvernichtens. Aber leckeres Essen kochen wir halt selbst – jeden Morgen gibt es DAS Urlaubsfrühstück schlechthin: Haferbrei mit Zimtzucker und zerlassener Butter.

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Abends stehen deftige Suppen und Eintöpfe auf dem Speisezettel und auf dem Blech gebackenes Gemüse. Letzteres gelingt durch die Verwendung von roten und gelben Rüben und Ringelbete (!) besonders farbenfroh.

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Kunterbuntes für den Abendbrotteller

Ein Augen- und Gaumenschmaus! Guten, hausgemachten Kuchen bekommen wir während unserer Reise z. B. bei „Mad Cooperativet“ im Kopenhagener Hauptbahnhof – die Kanelsnurrer schmecken verteufelt butterig und gut. Die dem Supermarkt angeschlossene Cafeteria von „Eides Landhandel“ in Kvaløysletta (Nähe  Tromsø) könnte sicher gemütlicher (und besser geheizt!) sein, Brownies & Apfelschnitte aus eigener Bäckerei munden hervorragend. Die ‚Landhandel‘-Bleche mit Pfannkuchen bieten beträchtliches Hüftgold feil.

Am Eingang des Marktes verlockt die Kundschaft eine große Platte mit Kostehäppchen  von Plundergebäck mit zuckrig-buttrig-cremiger Füllung… ich muss 3x die Naschrunde drehen. Das Käseregal bietet z. B. „Brunost“, also Karamellkäse, in nicht unbeträchtlicher Menge, u. a. mit Schoko- oder auch Zimtgeschmack an. Der mit Zimt wird zum Mitnehmen gebunkert. Des Fischliebhabers Herz schlägt an der Fisch- und Meeresfrüchte-Theke höher.

Ob das Herz an der Kühltruhe mit Walfleisch höher schlagen muss, bleibt jedem selbst überlassen. Nach einem Selbstversuch vor Jahren während eines Lofot-Urlaubs haben zumindest wir es nicht erneut zu Äußersten kommen lassen. Was allerdings Wiederholungspotential hat, ist ein Besuch im „Café Svermeri“ in Tromsø. Die Kuchentheke ist zwar übersichtlich bestückt, aber der von uns ausgewählte „Snickers Cake“ hat’s in sich – er mundet prima!

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Im ‚Café Svermeri‘

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Was natürlich ebenfalls immer gut mundet, ist Selbstgebackenes. Zunächst werden die Reise-Vorräte aufgebraucht – letzte Lebkuchen und zum Geburtstag erhaltene Florentiner aus Spandau – sooo lecker! Aber irgendwann ist alles aufgenagt, und ich probiere erst zwei „Drömmar“-Rezepte aus: mit Zimt und Kardamom bzw. mit Nugat-Würfel drauf. Wunderbar „sprø og knaprig“!

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Links Heimisches, rechts „Drömmar“

Was außerdem reichlichst verbraucht werden kann, sind Haferflocken (eine Tüte von 1,1 kg ist für unseren Urlaub zu wenig – aber zwei Packungen für den morgendlichen Haferbrei zu viel) und Öl (die 1-Liter-Flasche war einfach am preiswertesten) und Zucker… und Mandeln sind noch da und Zimt, Kardamom und Nugat… ich grabe im Internet nach einem Rezept, das ohne Butter, sondern nur mit Öl auskommt, wandele es ein wenig ab und backe

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HAFER-MANDEL-NUGAT-COOKIES

1/4 l neutrales Rapsöl

12 leicht gehäufte EL Zucker

2 Eier

12 leicht gehäufte EL Mehl

1 Prise Salz

1/2 Natron

Zimt & Kardamom (so viel, wie euch halt schmeckt)

32 leicht gehäufte EL feine Haferflocken

1 Handvoll gehackte Mandeln

50 g Nugat, gewürfelt

Den Herd auf 180°  vorheizen.

Öl, Zucker und Eier per Schneebesen schön cremig rühren. Mehl, Gewürze und Natron mischen, unterrühren. Zum Schluss die Haferflocken, die gehackten Mandeln und die Nugatwürfel dazugeben und alles  mischen, bis ein leicht krümeliger  Cookieteig entsteht.

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Mit Hilfe eines Teelöffels Cookies auf Bleche mit Backpapier setzen (ich habe 44 Cookies aus der Teigmenge hergestellt). In 12 -15 Minuten goldbraun backen.

Also die hier sind kleine Knusperträume geworden, die zwar durchaus mit weniger Zucker auskommen können, aber immerhin durch die Masse an Haferflocken einen Hauch von Gesundheit verheißen *grins*.

Die Seele wird auf jeden Fall gestreichelt!

 

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Low Carb? Och nööö.

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Gut sind wir ins neue Jahr gekommen! Und hoffentlich jeder, der sich hierher verirrt, ebenso! Drei Wochen ist 2017 bereits alt. Zeit genug, um schon mehrfach aushäusig zu frühstücken (2 x KaffeeRaum, 1 x LuLa), die Chefin zu besuchen  (ein schööönes langes Wochenende!), begeistert zu sein über Winter und Schnee (jaaa: Schnee! hier! bei uns!),

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Urlaubsvorfreude zu entwickeln, mit Icke Kaffeepläuschchen zu halten, experimentell zu backen (Linsen-Hafer-Riegel,  schön trocken)… Zeit aber auch, um schon mal ein paar gute Vorsätze über Bord zu schmeißen. Abnehmen? Nächstes Jahr. Mehr Salat? Iiiieeh. Grüne Smoothies? Irgendwie ist mir ein bisschen übel. Low Carb? Nööööööööö…! Denn dann würden ja Brunost-Cookies- oder -Waffeln ungebacken und ungegessen bleiben, genau wie die Carrot-Cake-Pancakes (die ich morgen backen werde), Apfelkuchen mit Zimtguss -> Beitrag vom 22.10.2016 (den gab es auch letzte Woche bei der Chefin wieder), Karotten-Berliner-Weiße-mit-Himbeer-Brötchen (gibt es zum Sonntagsfrühstück), Wirsing-Quiche (heute vor einer Woche gebacken und gegessen) und und und… und

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SÜßKARTOFFEL-ZIMT-PECAN-SCHNECKEN

400 g Süßkartoffel

1 Pfund Mehl

1 Prise Vanillesalz

schon mal etwas Zimt ?

1 Päckchen Trockenhefe

1 EL brauner Zucker

1 Ei

1/8 l lauwarmes Wasser

Den Herd auf 200°C vorheizen, die gewaschene(n) und abgetrocknete(n) Süßkartoffeln für ca. 1 Stunde backen, bis sie richtig weich ist. Das Fruchtfleisch aus der Schale lösen und fein zerdrücken.

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Mehl in eine Schüssel sieben, mit Zucker, Salz und Trockenhefe (und falls gewünscht: Zimt)  mischen. Mit Süßkartoffelpüree, Ei und Wasser zu einem glatten Teig verkneten. Wem das zu gesund erscheint, der kann auch noch etwas zerlassene Butter in den Teig geben. Abgedeckt an einem warmen Ort aufgehen lassen.

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In der Zwischenzeit kann frau sich auf die Zubereitung der leckeren Füllung werfen:

120 g Pecannüsse

60 g Haselnüsse

(oder nur Pecannüsse oder auch nur Walnüsse)

100 g Honig

2 TL Zimt

etwas Kardamom

2 EL Kokosraspel

40 g Kokosöl

Die Nüsse in einer trockenen Pfanne rösten und dann hacken. Den Honig etwas erwärmen, so dass er einigermaßen flüssig wird. Nüsse, Honig, Gewürze, Kokosraspel und Kokosöl verrühren. Schmeckt? Schmeckt!

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Mittlerweile dürfte der Teig soweit aufgegangen sein, dass es sich lohnt, ihn wieder zusammenkneten. Und los – ausrollen! Und zwar so auf 50 x 30 cm (also: ungefähr). Das ist eine sportliche Übung, denn so ein Hefeteig – sofern er sich nicht unerwünscht an der Arbeitsfläche festkrallt – zieht sich ja immer und immer wieder zusammen und es dauert schon ein Weilchen, bis frau ihn dort hat, wo sie will. Die Füllung gleichmäßig darauf verteilen (streichen lässt sie sich nicht so wirklich, eher drüber krümeln). Den Teig von der langen Seite her aufrollen.

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Den Herd auf 190°C vorheizen. Die Teigrolle in 12 gleich breite Schnecken schneiden, mit der Schnittfläche nach oben in eine vorbereitete 20x30cm große Form setzen. Nochmals für ca. 1/4 Stunde aufgehen lassen, dann nach Belieben mit braunem Zucker und Zimt bestreuen. Rin in den Herd und noch knappe 20 Minuten gedulden. Hmmm. Sie duften. Sie schmecken. Sie werden  vollständig aufgegessen!

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Wo ich so drüber nachdenke… eigentlich würde auch die doppelte Menge Füllung in den Teig passen.

Und bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass frau vielleicht doch einen guten Vorsatz für 2017 fassen (und umsetzen) sollte: Immerhin soviel Sport machen, dass z. B. Süßkartoffel-Pecan-Schnecken zwar leckere Erinnerungen, aber keine unleckeren Röllchen auf den Hüften hinterlassen…!?

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Zwei tolle Tage – eine Fete

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Kaum verblasst die Erinnerung an die Schlemmerei um Weihnachten und Jahreswechsel herum, gerade erst kommt der Januar mit seinen guten Vorsätzen in Fahrt… schon dämmern nächste Events herauf. Eigene und anderer Leute Disziplin wird auf eine harte Probe gestellt im Angesicht unserer Jubelfeste – auch in diesem Jahr direkt aufeinanderfolgend. Positiv daran natürlich – wir feten in einem Abwasch (und die Gäste müssen – oder dürfen? – sich nur einmal dem Kalorienbeschuss stellen…). Anschließend lehnen wir uns entspannt zurück und lassen uns die restlichen elf Monate selbst zu Börsdee-Events einladen.

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Der Wecker klingelt allerdings auch an solchen Tagen 5 Uhr morgens – ich habe zwar frei, aber: ZU gut soll es mir ja auch nicht gehen. Mein lieber Reiseleiter erfreut mich mit wunderbaren Blumen und u. a. einem Geschenk-Abo der „Hembakat“! Juchu!!! Doch als er Richtung Job abdüst, heißt es für mich erstmal: fleißig sein. Ich lege einen Tag „Heimarbeit“ ein. Nee nee, nicht Akten zu Hause hin und her schleudern. Die Küche wird in ein Schlachtfeld verwandelt, ich bin mit Mehl bestäubt wie ein Bäcker…

7:30 Uhr klingelt es Sturm. Klingeln mit dem Bleidaumen auf dem Knopf – das mache doch eigentlich immer nur ich. Oder…? Jawoll! Ich spurte zur Wohnungstür und lasse Icke herein! Große Freude!!! Ich werde mit Rosen und guten Wünschen bedacht, werfe im Gegenzug die Kaffeemaschine an und poliere anlässlich des hohen Feiertages zwei Sektflöten auf Hochglanz (also: fast auf Hochglanz). Ein Frühstück wandert auf den Tisch, Rosé-Sekt in die Flöten und der Milchkaffee in die Pötte.

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Prösterchen auf den Tag, an dem Chefin und Chef unser Kennenlernen möglich gemacht haben! Zwei Stunden gönnen wir uns, dann flutet Icke beschwingt ins Büro und ich… schlurfe zurück in mein Küchen-Chaos. Bei dem Gedanken allerdings an das, was auf die samstägliche Kaffeetafel wandern soll, läuft mir schon das Wasser im Mund zusammen. Hmmm. Ach so – was das ist? Nur Gesundes natürlich. Nüsse (Mineralstoffe). Milchprodukte (Kalzium). Honig (Proteine, Enzyme). Butter (DAS naturbelassene Lebensmittel schlechthin). Na eben

ENGADINER NUSSTORTE

Mürbeteig:

300g Mehl

50 g Zucker

1 Prise Vanille-Salz

175g Butter

1 Ei

Aus den genannten Zutaten einen glatten Mürbeteig kneten (falls zu krümelig: einen Esslöffel kaltes Wasser unterkneten). In Klarsichtfolie wickeln und 30 Minuten kalt stellen. Dann den Teig dritteln. Eine quadratische Springform fetten und mit Backpapier auslegen. 1/3 des Teiges der Form entsprechend ausrollen, den Boden der Springform damit auslegen. Das zweite Drittel zu Rollen formen, an den Rand der Springform legen und ca. 4cm Rand andrücken. Das letzte 1/3 des Teiges auf Backpapier als Teigdeckel ebenfalls der Form entsprechend ausrollen und mitsamt in den Kühlschrank legen, ebenso die mit Teig ausgekleidete Springform in den Kühlschrank stellen.

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Jetzt wird es interessant und frau muss die Nerven behalten. Karamell kochen und anschließend zu einer Nussfüllung rühren ist angesagt! Dazu brauchste:

300g Walnusskerne, grob gehackt

250g Zucker

200ml Schlagsahne (stilgerecht ist hier natürlich echte Schweizer Sahne…)

2-3 Essl. Waldhonig

Erst mal eine schön schwere Pfanne mit dickem Boden auf den Herd wuchten. Ist das geschafft, wandert der Zucker mit 3 Essl. Wasser rein. Gänzlich ohne Rührung (also: ohne Löffel-Rührung) aufkochen und alsdann bei mittlerer Hitze karamellisieren lassen. Hat frau den Zucker nun endlich soweit, die Sahne zugeben. Nicht verzweifeln, denn das schöne Karamell ballt sich SOFORT zu einem Riesentoffee zusammen. Heul! Aber – jetzt heißt es, die vorhin eingesparte Rührung zum Einsatz zu bringen. Rühre rühre… und zwar so ca. 12-15 Minuten. Ich versichere, dass der Riesentoffee sich tatsächlich in einer gewissen Sämigkeit löst!

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Jetzt ist es Zeit für die Walnüsse, den Sprung in die Pfanne zu wagen. Die, die zu feige dafür sind, müssen leider geschubst werden, der Honig fliegt hinterdrein. Geschafft! Mit einem Holzlöffelchen wird alles gut vermischt und muss nun etwas abkühlen.

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Schon mal den Herd auf 200°C vorheizen. Dann – nicht, ohne vorher zu kosten, ob die Nussmasse auch wirklich, wirklich gut schmeckt (sie schmeckt!) – diese auf den vorgekühlten Teigboden löffeln und gleichmäßig verstreichen. Überstehenden Teigrand über die Nussfüllung klappen, mit Wasser bestreichen. Den Teigdeckel auf die Füllung legen und mit einer Gabel den Rand gut festdrücken.

Was jetzt noch kommt, ist wirklich pillepalle. Die Torte kommt auf die zweite Schiene von unten in den Herd. Von gewisser Wichtigkeit ist es, den Kurzzeitwecker auf 20 Minuten einzustellen und den Countdown auch tatsächlich zu starten. Dann steht einem Päuschen auf dem Sofa nix entgegen und frau kann sich in Gedanken schon mal das erste cremige Stück in den Schlund schieben, haaach…  tatsächlich goldbraun und herrlich mürbe hüpft die Torte nach den 20 Minuten aus der Röhre auf das Kuchengitter. Und am nächsten Tag in Kleinstwürfel geschnitten auf die Kaffeetafel.

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Nicht, dass ich unseren Gästen keine großen Kuchenstücke gönne. Aber, wie soll ich sagen, irgendwie machen die Würfel SÜCHTIG!!! Und es ist doch viel befriedigender, wenn noch ein zweites Stück in den Bauch passt. Und ein drittes. Und vielleicht noch ein ganz kleines. Und der große Karamell-Krümel da, der war runtergefallen, das hab ich deutlich gesehen!!!

 

 

Auf ein Neues!

Sonntagabend. Das neue Jahr ist bereits eine Woche und einen Tag alt. Zeit für eine Wortmeldung! Der Januar war schon fleißig. Er hat sich auf seine ureigene Aufgabe besonnen, ein Wintermonat zu sein. Und pünktlich Neujahr kommt der Frost. Wir sind mit der Silvesterbande durch den letzten Abend des Jahres 2015 getrullert, finden uns am Neujahrsmorgen in einer äußerst vernebelten Uckermark wieder und stehen am zweiten Tag des Jahres vor zugefrorenen Autotüren. Zurück zu Hause finden wir Eisblumen an unseren Fenstern vor. Der Frost kneift so richtig. Ich muss tatsächlich meine Pudelmütze aktivieren. Wenige Tage später… kommt der Schnee.

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Schnee! Kennen wir Flachlandtiroler kaum noch.  Aber er fällt und fällt und bleibt sogar (vorerst) liegen – allerdings auch keine Sekunde zu lange. Die winterliche Kulisse versetzt uns in die richtige Stimmung für ein ganz traditionelles Januar-Event: Weihnachtsbaum-Begucken im RöRi. Da wir aufgrund unserer mannigfaltigen Reiseaktivitäten an den Feiertagen seit Jahr und Tag kein eigenes Rütchen mehr in die Stube stellen, nehmen wir nachträglich noch ein wenig Weihnachts-Feeling auf.

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Im RöRi steht das Bäumchen noch in voller Pracht und sieht wundervoll aus. Das kulturelle Event wird selbstredend von leckersten Kalorien eingerahmt. Icke hat sich mit einer Schoko-Käse-Torte selbst übertroffen (ja ja – supergut!!!); wir verkosten drei Rum-Pröbchen, die 2015 mit den entsprechenden Urlaubern aus Mauritius nach Mitteleuropa geflogen sind. Zum Abendessen werden u.  a. selbstgebackenes Brot und polentagefüllte Champignonköpfe serviert, hmmm. Wir werden so richtig verwöhnt! Da ich einfach nicht anders kann, schleppe ich natürlich auch was an. Für jeden ein frisch gebackenes Sonntagsbrötchen. Kohlrabiblätter-Pesto für den Abendbrottisch. Und zum Nachmittagskaffee süße Pröbchen des ersten 2016er Backwahns:

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SCHOKO-NUSS-MARMELADEN-WÜRFEL

(Verzauberte Rugelach)

300 g Mehl

240 g Butter

240 g Frischkäse

1 gehäufter Esslöffel Puderzucker

1 Prise Salz

Trockene Zutaten vermischen und mit Butter und Frischkäse zu einem glatten Teig verkneten, für ca. 1/2 h kalt stellen.

120 g aromatische Marmelade (ich habe Schlehe verwendet)

1 daumengroßes Stück frischer Ingwer (oder mehr, wer es mag)

80 g Zucker

Zimt nach Geschmack

80 g Walnüsse

200 g Schokolade, gern verschiedene Sorten

 

(Schoko-Weihnachtsmänner oder -Osterhasen, Marzipanbrote, was so kurz nach Weihnachten da ist, aber mit Naschen allein nicht zu schaffen ist – ca. 1/2 sollte aber schon dunkle Schokolade sein, sonst wird die Füllung zu süß)

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wenig Milch (zum Bestreichen)

1-2 TL grober Rohrzucker

Den Ingwer schälen, fein reiben und mit der Marmelade verrühren. Zucker mit Zimt nach Geschmack vermengen. Walnüsse und Schokolade hacken.

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Dann die braune Lieblings-Backform (ca. 20 x 30 cm) fetten und mit Backpapier auslegen. Den Herd auf 180°C vorheizen. Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, halbieren. Erste Hälfte auf Größe der Form ausrollen und als Boden in die Form legen. Erst Marmelade aufstreichen, dabei einen kleinen Rand lassen. Walnüsse und Zimtzucker (1-2 TL zurückbehalten) aufstreuen. Zum Schluss die gehackte Schokolade darübergeben. Die zweite Teighälfte entsprechend ausrollen, über die Füllung legen und andrücken. Mit wenig Milch bestreichen. Den Rohrzucker und den zurückbehaltenen Zimtzucker vermischen und über den Kuchen streuen – das gibt eine knusprige Zuckerkruste.

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Ab in den Herd und ca. 1/2 Stunde backen, bis der Kuchen leicht goldbraun wird. Dann herausnehmen und auskühlen lassen. In Würfel schneiden und diese nicht unnötig altern lassen… denn sie sind sehr gesund, senken z. B. den Cholesterinspiegel (Walnüsse!), wirken entzündungshemmend (der frische Ingwer!) oder haben eine tolle Wirkung auf gestresste  Augen – denn die  werden vor Genuss nur so gerollt und damit ordentlich befeuchtet. Das ist ja für die unsere durch ständiges auf-den-Bildschirm-starren zu trockenen Guckerchen seeehr wichtig. Nur… das Projekt „Bikini-Figur 2016“ sollte verschoben werden. Auf 2017 oder – eingedenk Ickes höchst verwerflicher Schoko-Käse-Torte – am besten gleich auf 2018.

Ich wünsche euch ein genussvolles Jahr 2016!

Zum Schluss

Ein Tag 2015 liegt noch vor uns, der Silvestertag. Und schon beginnt ein neues Jahr! Zuvor haben wir die letzten Arbeitstage hinter uns gebracht. Zwischen fleißigem Bahnfahren ein bisschen Weihnachten im Heimatstädtchen und bei den Schwiegis gefeiert. Die Chefin ist mit viel Aufregung, hoffentlich aber auch mit viel Freude und mit Hilfe von Familie und Freunden 75 geworden. Wir haben unsere letzten drei Urlaubstage 2015 zum Ausschlafen, Kaffeetrinken, Schwimmtraining und Faulsein genutzt. Tatsächlich sind nach einem frühlingsmilden Advent winterliche Temperaturen über uns hereingebrochen. Soeben hat der Gemahl in der Küche ein dickes schwarz-borstiges Spinnentier – vermutlich auf der Flucht vor der plötzlichen Kälte bei uns eingedrungen – erlegt. Nicht nett, aber für (m)eine geruhsame Nachtruhe unumgänglich. Nun läuft der Countdown 2015… Noch eine kleine Idee für den Silvesterabend gefällig? Neeein – kein Spinnen-Fondue oder so sondern:

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JAHRESEND-GEWÜRZ-MANDELN

400 g ganze Mandeln

25 g Kokosöl

1 Essl. Ahornsirup oder Honig

2 TL Raz el Hanout (oder mehr? -ausprobieren!)

Zimt nach Geschmack

1 TL Vanille-Salz

1 getrocknete Chilischote, fein gemörsert

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Den Herd auf 150 °C vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen. Kokosöl und Ahornsirup zerlassen, die Gewürze untermischen. Die Mandeln in eine Schüssel geben, die Gewürzmischung darüber verteilen, alles gut vermengen. Die Mandeln auf dem Blech verteilen und 20 Minuten im Herd rösten. Nach der halben Zeit „umrühren“. Dann das Blech aus dem Herd nehmen und die Mandeln auskühlen lassen.

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In eine gut verschließbare Blechdose füllen und mit zur Silvester-Party nehmen.

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Ordentlich feiern und guuut reinrutschen.

Und dann um Mitternacht… ein gutes, friedliches, glückliches und gesundes neues Jahr beginnen.

Machts jut bis 2016!

 

Schneckchen

Arbeitswochen haben ja in der Regel fünf Tage. Leider. Aber manchmal… MANCHMAL… haben sie auch nur vier Tage! Nämlich dann, wenn frau einen freien Tag herausgeschunden hat, um z. B. lieben Besuch in Empfang zu nehmen. So wie vergangenen Freitag! Nach einer gepflegten und sehr frühen Runde  durch gechlortes Nass in der Schwimmhalle unseres Vertrauens geht es ab – einmal quer durch die Stadt zur Endhaltestelle der ODEG. Hier dampfen die Züge aus dem Heimatstädtchen herein und bringen diesmal jemand Besonderes mit – unsere Chefin. Damit ich sie auch ja nicht verpasse, bin ich eine ¾ Stunde vor Ankunft vor Ort und gönne dem Bauch schon mal den ersten Milchkaffee des Wochenendes bei „Steinecke“. Hmm.

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Pünktlich schnauft der Zug herein und entlässt die besondere Fahrgästin auf den Bahnsteig und in meine Arme. Nur gut zehn Minütchen springen wir in die Anschlussbahn nach Klein Moskau und sind am späten Vormittag in unserer Wohnung, wo es zunächst ein Käffchen zum Aufwärmen gibt  und die aktuelle Kollektion kruemelqueen-Cookies verkostet werden darf ( ähm: muss…).

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Einen faulen Tag machen wir uns aber ansonsten nicht! Wir steuern den  Blumenladen „umme Ecke“  an, wo ich einen wunderbaren Blumenstrauß u. a. mit einer phantastischen Hortensienblüte darin bekomme. Und wir bestellen Geburtstagsblumen – denn am nächsten Tag sind wir alle gemeinsam zur langen Nacht des Geburtstagfeierns und am Sonntag gleich nochmal zur Tortenschlacht im RöRi eingeladen. Da will frau ja schließlich nicht mit leeren Händen erscheinen! Anschließend schleichen wir durch unseren Bio-Supermarkt auf der Jagd nach Diesem und Jenem. Zu Hause wird dann zunächst der Grundstock für den abendlichen Rosenkohlsalat mit getrockneten Tomaten, Knobi und Zwiebeln gelegt, d. h., er wird so gut wie fertig gerührt – abends kommen dann nur noch geröstete Brotwürfel und Mandelstifte dazu. (Die Schüssel mit dem „Vorsalat“ muss allerdings anschließend gut abgedeckt werden – 2 große rote Zwiebeln und 2 Knobizehen fordern ihren Geruchstribut, der Rosenkohl ja sowieso…)

Spontan denke ich anschließend darüber nach, zum freitäglichen Nachmittags-Kaffee nicht (nur) Cookies und Co., sondern vielleicht auch noch etwas Kuchenähnliches auf den Tisch stellen zu wollen. Ich schwanke zwischen Pecan-Pie-Bars und etwas, das an Urlaub im Norden erinnert. Die Frage, wie die Entscheidung ausgegangen ist, erübrigt sich fast… in der Hoffnung, den Gemahl  enorm zu erfreuen, mache ich mich an die Turbo-Fertigung von

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ACHT FREITAGS-SCHNECKEN

Teig

  • 250 g Mehl (Weizen/ Dinkel gemischt)
  • ½ Päckchen Trockenhefe
  • Etwas Salz
  • 3 TL Vanillezucker
  • 1 gute Prise gemahlener Kardamom

vermischen, mit

  • 1 Ei
  • 3 Essl. Walnuss-Öl
  • lauwarmen Wasser (soviel wie halt nötig; wer will, kann natürlich auch Milch nehmen…)

zu einem glatten Teig verkneten. (Die Flüssigkeitsangabe ist, hüstel, etwas ungenau. Das Wasser/ die Milch nur nach und nach zugeben und kneten, kneten, kneten bis der Teig eben schön glatt aussieht, sich vom Schüsselrand löst und kaum noch klebrig ist.) Abdecken und an einem warmen Ort ohne Zugluft schön auf- aber nicht weggehen lassen!

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Füllung

  • Butter
  • Zucker, Zimt, Kardamom
  • 1 Handvoll Walnüsse
  • Ca. ½ Tafel Bitterschokolade (optional)

In der Zwischenzeit Butter aus dem Kühlschrank nehmen, so dass sie gut (!) streichfähig wird. Drei Esslöffel Zucker (wer es süßer mag, auch mehr)  mit Zimt und gemahlenem Kardamom nach Geschmack mischen. Walnusskerne  und  Schokolade hacken.

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Acht Vertiefungen des Muffinsbleches entweder mit Papierförmchen auslegen oder einfach aus Backpapier Vierecke schneiden und damit die Vertiefungen des Muffinsbleches bestücken (sozusagen selbst Muffins-Papierförmchen herstellen).

Den Teig nochmals gut durchkneten und  auf bemehlter Fläche ausrollen (ääähm… vielleicht  so auf 20 x 30 cm oder etwas größer… habe nicht nachgemessen…).  Vorsichtig die weiche (!) Butter aufstreichen. Würde schätzen, vielleicht ¼ Stück Butter verbraucht zu haben. Auf jeden Fall nicht zu wenig nehmen, sonst wird das Gebäck  trocken!

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Auf die Butter die Gewürz-Zuckermischung aufstreuen, dann gehackte Walnüsse und Schokolade gleichmäßig darüber verteilen. Den Teig von der Längsseite her fest aufrollen, anschließend in acht gleichmäßig große Scheiben schneiden. Jede Scheibe mit der Schnittfläche nach oben in eine Vertiefung des Muffinsbleches setzen und abgedeckt nochmals ca. 20 Minuten aufgehen lassen.

Den Herd auf 180°C vorheizen.

Wer möchte, kann die Schnecken jetzt vor dem Backen noch mit Milch oder verquirltem Ei bestreichen und gehackte Nüsse oder auch einfach nur etwas Zimtzucker aufstreuen. Ca. 20 Minuten backen lassen, Stäbchenprobe machen!

Herausnehmen und ungefähr 30 Minuten oder so lange, bis die Schnecken einen kühleren Hintern kriegen, ruhen lassen. In der Zeit kann ja schon mal der Kaffee aufgesetzt und der Tisch gedeckt werden. Mittlerweile ist auch mein Reiseleiter zu Hause eingetroffen; ich habe ihn schon mit einer Unterwegs-Meldung neugierig gemacht. Ist der Kaffee fertig und in die Tassen gegluckert, die erste gaaaaanz frische Hefeschnecke genießen. Ein Träumchen!

Meint der Gemahl übrigens auch.

Hmmm.

 

Strafe muss sein

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Wer Sommer und Herbst dazu nutzt, Früchte aus Wald und Feld zu ernten oder einzusammeln, Quitten von der Chefin mit nach Hause schleppt, sich von ihr gar Quittenpakete (ja! tatsächlich!!!) schicken lässt oder Kollegen nötigt,  die überzählige Ernte an Kirschen, Äpfeln, Pflaumen, Johannisbeeren, Aroniabeeren, Pfirsichen… abzuliefern, der muss sich nicht wundern, dass sie oder er vor Erschöpfung irgendwann den Kochlöffel kaum noch halten kann und in Sachen Platz gar nichts mehr geht. Die Tür vom Vorratsschrank wölbt sich förmlich nach außen, so vollgestopft mit Marmelade- und Chutney-Gläsern ist alles. Jede gute Tat rächt sich eben!!! Und so ist jetzt nicht etwa Ruhe nach dem Sturm angesagt, sondern frau hat sich das Gehirn zu zermartern, wie die Vorräte nun auch verbraucht werden könnten. Verschenken ist prinzipell eine gute Idee… aber solche Mengen kann ich nicht in die Welt schleppen, da reichen meine Muckis nicht. Also muss etwas her, was sich zum Verbrauch der eingekochten kleinen Süßen bestens eignet, z. B.

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LINZER TORTE

200 g geriebene Mandeln

80 g Zucker (davon ein Teil Vanillezucker)

1 Prise Vanillesalz

120 g Dinkel-Vollkornmehl

120 g Mehl (550er)

Zimt und Nelken (gemahlen) nach Geschmack

180 g (Veggie) Butter

1 kleines Ei

etwas Cointreau

250 g aromatische Marmelade (z. B. Holunder oder Schlehe)

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Die Mandeln in einer trockenen Pfanne anrösten, bis sie duften. Aufpassen – sie werden fix braun! Dann mit Mehl, Zucker und Gewürzen mischen und in eine Schüssel geben. Butter und Ei dazu und alles zu einem Mürbeteig verkneten. Ist der zu trocken, bissken Cointreau rein. (Milch oder kaltes Wasser tun es aber auch). Falls der Teig saftig genug ist – ab mit dem Cointreau in die Bäckerin. Ist ausreichend Cointreau da, kann er ja in den Teig UND die Bäckerin gegossen werden, sozusagen parallel. Ca. 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen (also: den Teig natürlich).

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In der Zwischenzeit schon mal die quadratische Springform fetten und mit Mehl ausstäuben, außerdem versuchen, das Marmeladeglas zu öffnen. In meiner Erinnerung hab ich es doch gar nicht so fest zugedreht… so viel Kraft hab ich doch gar nicht! Offenbar aber doch. Ich muss dem Deckel auf die Sprünge helfen, bis er aufploppt.

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Hat der Teig genug gefroren, aus dem Kühlschrank befreien (frau weiß ja selbst wie es ist, wenn’s immer so frisch ist… nicht schön!) und ca. 2/3 in die Form drücken, dabei einen kleinen Rand formen. Den Herd schon mal auf 180°C vorheizen. Marmelade gleichmäßig darauf verstreichen. Den restlichen Tag ausrollen und entweder Streifen schneiden oder Plätzchen ausstechen, die dann auf der Marmelade drapiert werden. Alles wandert für 40 Minuten in die Röhre.

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Anschließend den Kuchen auskühlen lassen und wie immer noch abends das erste Stück gemeinsam verkosten. Ist nicht zu süß und schmeckt schon beinahe etwas adventlich. Wer eine nicht so aromatische Marmelade verwendet, kann selbige übrigens mit abgeriebener Zitronenschale oder frisch geriebenem Ingwer aufpeppen. Schmeckt supergut! Noch viel besser schmeckt dazu mit Sicherheit auch ein verträumtes Portiönchen Sahne… aber… na… ich erinnere mich gerade noch rechtzeitig, dass ich Sahne ja verabscheue. Wissen alle, die mich kennen. Bei uns gibt es daher nur die Linzer-Torte-Mager-Variante!

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Dieser Kuchen ist übrigens bestens für eine Kaffeetafel mit Gästen geeignet, weil er sich prima vorbereiten lässt und nach ein bis zwei Tagen erst so richtig gut schmeckt. Also schnell Gäste einladen und ausprobieren!

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