Archiv

Velsmakende

Was wäre denn Urlaub ohne leckeres Essen? Einfach absolut nix. Wobei Gourmet-Restaurants auf Sommarøy rar gesät sind, ebenso wie Stätten gepflegten Tortenkeilvernichtens. Aber leckeres Essen kochen wir halt selbst – jeden Morgen gibt es DAS Urlaubsfrühstück schlechthin: Haferbrei mit Zimtzucker und zerlassener Butter.

2017-02-22-08-23-39

Abends stehen deftige Suppen und Eintöpfe auf dem Speisezettel und auf dem Blech gebackenes Gemüse. Letzteres gelingt durch die Verwendung von roten und gelben Rüben und Ringelbete (!) besonders farbenfroh.

2017-02-15-18-56-06

Kunterbuntes für den Abendbrotteller

Ein Augen- und Gaumenschmaus! Guten, hausgemachten Kuchen bekommen wir während unserer Reise z. B. bei „Mad Cooperativet“ im Kopenhagener Hauptbahnhof – die Kanelsnurrer schmecken verteufelt butterig und gut. Die dem Supermarkt angeschlossene Cafeteria von „Eides Landhandel“ in Kvaløysletta (Nähe  Tromsø) könnte sicher gemütlicher (und besser geheizt!) sein, Brownies & Apfelschnitte aus eigener Bäckerei munden hervorragend. Die ‚Landhandel‘-Bleche mit Pfannkuchen bieten beträchtliches Hüftgold feil.

Am Eingang des Marktes verlockt die Kundschaft eine große Platte mit Kostehäppchen  von Plundergebäck mit zuckrig-buttrig-cremiger Füllung… ich muss 3x die Naschrunde drehen. Das Käseregal bietet z. B. „Brunost“, also Karamellkäse, in nicht unbeträchtlicher Menge, u. a. mit Schoko- oder auch Zimtgeschmack an. Der mit Zimt wird zum Mitnehmen gebunkert. Des Fischliebhabers Herz schlägt an der Fisch- und Meeresfrüchte-Theke höher.

Ob das Herz an der Kühltruhe mit Walfleisch höher schlagen muss, bleibt jedem selbst überlassen. Nach einem Selbstversuch vor Jahren während eines Lofot-Urlaubs haben zumindest wir es nicht erneut zu Äußersten kommen lassen. Was allerdings Wiederholungspotential hat, ist ein Besuch im „Café Svermeri“ in Tromsø. Die Kuchentheke ist zwar übersichtlich bestückt, aber der von uns ausgewählte „Snickers Cake“ hat’s in sich – er mundet prima!

20170215_131610

Im ‚Café Svermeri‘

20170215_131817

Was natürlich ebenfalls immer gut mundet, ist Selbstgebackenes. Zunächst werden die Reise-Vorräte aufgebraucht – letzte Lebkuchen und zum Geburtstag erhaltene Florentiner aus Spandau – sooo lecker! Aber irgendwann ist alles aufgenagt, und ich probiere erst zwei „Drömmar“-Rezepte aus: mit Zimt und Kardamom bzw. mit Nugat-Würfel drauf. Wunderbar „sprø og knaprig“!

20170213_142829_lls

Links Heimisches, rechts „Drömmar“

Was außerdem reichlichst verbraucht werden kann, sind Haferflocken (eine Tüte von 1,1 kg ist für unseren Urlaub zu wenig – aber zwei Packungen für den morgendlichen Haferbrei zu viel) und Öl (die 1-Liter-Flasche war einfach am preiswertesten) und Zucker… und Mandeln sind noch da und Zimt, Kardamom und Nugat… ich grabe im Internet nach einem Rezept, das ohne Butter, sondern nur mit Öl auskommt, wandele es ein wenig ab und backe

20170217_171212

HAFER-MANDEL-NUGAT-COOKIES

1/4 l neutrales Rapsöl

12 leicht gehäufte EL Zucker

2 Eier

12 leicht gehäufte EL Mehl

1 Prise Salz

1/2 Natron

Zimt & Kardamom (so viel, wie euch halt schmeckt)

32 leicht gehäufte EL feine Haferflocken

1 Handvoll gehackte Mandeln

50 g Nugat, gewürfelt

Den Herd auf 180°  vorheizen.

Öl, Zucker und Eier per Schneebesen schön cremig rühren. Mehl, Gewürze und Natron mischen, unterrühren. Zum Schluss die Haferflocken, die gehackten Mandeln und die Nugatwürfel dazugeben und alles  mischen, bis ein leicht krümeliger  Cookieteig entsteht.

20170217_171144

Mit Hilfe eines Teelöffels Cookies auf Bleche mit Backpapier setzen (ich habe 44 Cookies aus der Teigmenge hergestellt). In 12 -15 Minuten goldbraun backen.

Also die hier sind kleine Knusperträume geworden, die zwar durchaus mit weniger Zucker auskommen können, aber immerhin durch die Masse an Haferflocken einen Hauch von Gesundheit verheißen *grins*.

Die Seele wird auf jeden Fall gestreichelt!

 

Skiftende vær – skiftende Pancake

20170220_111612.jpg

Mittlerweile haben wir „Ha det, Lauklines“ gerufen und sind im „Sommarøy Arctic Hotel“ eingeflogen.  Hier werden  neben Hotelzimmern auch Ferienwohnungen vermietet, und eine davon haben wir uns unter den Winterurlaubsnagel gerissen. Gegenüber der Gemütlichkeit von ‚Lauklines‘ wirkt die FeWo Nr. 39 eher kühl-nüchtern, aber es lässt sich auch hier prima schlafen und Kaffee trinken. Beides besonders im Urlaub sehr, sehr wichtig! Wenn es das Wetter zulässt, kann frau z. B. auch schön an den Strand gehen und rüber nach Senja kiekern. Aber eben… das Wetter.

20170220_112318

Es stürmt, es regnet, es schneit, es graupelt – und zwar in unglaublichem Wechsel. Interessant, wie bei Böen der Windstärke 9 der Stuhl unterm Hintern bebt und das Wasser im Glas leichte Dünung entwickelt. Puh! Für heute bedroht uns der norwegische Wetterdienst mit „liten storm“, d. h. mit einem lauen Lüftchen der Windstärke 9. Das Erste nach dem Aufstehen ist daher das Abrufen des Wetterberichtes. Und siehe da – aus dem Stürmchen ist eine erträgliche Windstärke 7 geworden. Mal sehen, ob sich das Wetter heute Nacht daran erinnert! Vielleicht wird uns ja nochmals ein sternenklarer Himmel spendiert (kann ich mir im Moment allerdings nicht vorstellen – es peitscht Schneeschauer auf Schneeschauer an die Terrassentür) als Kulisse für Nordlicht? Vergangenen Samstag ließ sich bereits das eine oder andere Flacker-Foto „schießen“… Geduld! Morgen sind wir schlauer.

20170220_105650.jpg

Immerhin: Der heutige Montag verwöhnt uns zwischen Schneetreiben und scharfem Wind mit den tollsten Lichtstimmungen über türkisfarbenem Meer und verschneiten Bergen. Davor spektakeln die Möwen – so ein Getöse veranstaltet die deutsche Möwe nur, wenn ein Fischbrötchen aus Touristenhand am Alten Strom als Beute in Aussicht steht!!! Nach einem heftigen Schneeschauer sind Jacken, Mützen, Wimpern und Augenbrauen weiß. Am zeitigen Nachmittag streben wir erstmal unserer  Butze zu, um uns aufzuwärmen und Kaffee zu trinken. So wechselhaft das Wetter – so wechselhaft das Geschehen in der Pfanne! Jaaa… na gut, schon wieder Pancakes. Aber andere!!!

20170220_140812

APPLE-CARROT-OATMEAL-PANCAKES

Da ich hier auch keinen Messbecher mehr habe (den gab es bei ‚Lauklines‘ noch…), habe ich die Zutaten nicht abgemessen, sondern abgelöffelt.

250 – 300 ml Milch (1 Kaffeepott voll halt)

1 EL Joghurt

5 leicht gehäufte EL feine Haferflocken

2 leicht gehäufte EL geschroteter Leinsamen

Diese Zutaten verrühren, zum Quellen in den Kühlschrank stellen und fotografieren gehen. Oder auch nicht. Auf jeden Fall kann die Mischung schon 2-3 Stunden vor dem Backen angerührt werden.

20170220_141333

14 leicht gehäufte EL Mehl

1 Prise Salz

1 leicht gehäufter EL Zucker

ordentlich Zimt und Kardamom

1 gestrichener TL Natron

Alles bis auf das Natron gut mischen, einen Esslöffel davon abnehmen und hierzu das Natron geben.

20170220_141006.jpg

1 Apfel (Granny Smith)

1 kleine Karotte

Beides schälen und fein reiben. Grundsätzlich ist natürlich gegen die Schale am Apfel nichts einzuwenden; die reibt sich aber sehr schlecht mit! Den geriebenen Apfel leicht ausdrücken und den Saft anderweitig verwenden (z. B. trinken…). Schließlich alle Zutaten (bis auf das Natron-Mehl) verrühren, noch

1 Ei

dazugeben und alles 10 Minuten quellen lassen, dann das Natron-Mehl unterrühren. Scheint der Teig zu fest, einen kleinen Schwupps Milch zugeben. Neutrales Öl in einer großen Pfanne erhitzen und einen Esslöffel Teig pro Pancake hineingeben.

20170220_142512-1.jpg

Der Teig reicht für 20 leckere Plattenhoppser, die wir uns wie immer mit Joghurt, Konfitüre oder nur Zimtzucker schmecken und von denen wir genau zwei Stück übrig lassen.

20170220_143051.jpg

Derart gestärkt… geht es endlich zum Fotografieren!!!

20170220_150805

20170220_112829-1

20170220_114139

20170219_163408.jpg

20170218_103108

Stormvær

20170210_163553-1

Hei hei mal wieder aus dem hohen Norden! Unsere Jubelfeste sind nun bereits vor über zwei Wochen aufs Angenehmste verbracht worden (auch an dieser Stelle allen Mitfeierern nochmals unser Dankeschön!), der 3. Februar kommt und wir machen uns nach einem halben Arbeitstag am Freitagabend auf die Strümpfe  gen Norden. Gleich um das Erreichen des ersten Zuges müssen wir allerdings bangen, denn in der City ist ein herrenloses Gepäckstück gefunden worden und steht nun im Verdacht, Sprengstoff zum In-die-Luft-jagen des gesamten Tarifbereiches AB zu beinhalten *augenverdreh*. Letztlich hatte wohl nur jemand keine Lust auf’s Waschen und Bügeln und hat sich einfach seiner Dreckwäsche durch Koffervergessen entledigt… Zehn Minuten vor der geplanten Abfahrt jedenfalls rödeln dann doch noch  zwei große und zwei kleine Rucksäcke mit dazwischen geklemmten Fast-Urlaubern auf den Bahnsteig. Und ab!

20170205_075606_lls

Hamburg-Kopenhagen-Stockholm-Boden-Narvik-Tromsø heißen die Anreisestationen entlang der ca. 1300 km (Luftlinie) hier herauf. Leider verläuft unsere Reise etwas anders als gedacht – anstelle sich am Winter und den leckeren Hotelfrühstücken in Narvik und Tromsø zu erfreuen, liegt erst die Reiseleitung mit Bauchgrimmen flach (und zwar so, dass wir einen Tag in Narvik dranhängen müssen) und dann in Tromsø meine Wenigkeit. Von meinem Segelflugversuch, weil sich der Kreislauf anschließend einer gemeinschaftlichen heißen Dusche verweigert, mal zu schweigen 😕. Schließlich gehen wir aber auf die Zielgerade und schweben bei „Lauklines Kystferie“ ein.

20170210_155942

Unsere Hütte heißt nach einem Inselchen hier in der Nähe „Sessøya“ und ist sehr gemütlich! Große Terrasse direkt zum Kattfjord; der Ausblick ist phantastisch, die Ruhe herrlich. Schon auf der Fahrt hierher bewundern wir Schnee, Eis und das Dämmerungsrosa, dass an diesen Februartagen fast noch den ganzen Tag über vorherrscht. Die Sonne steht tief, so dass man 12 Uhr meinen könnte, es wäre bereits 16 Uhr… bis Samstag werden wir mit Winter vom Feinsten verwöhnt, doch dann ist echt Schluss mit lustig.

img_1810

Sturm zieht auf, es regnet wie aus Eimern. Binnen kurzer Zeit ist der Schnee um ‚Lauklines‘ herum futsch. Kaum zu glauben: alles weg! Der Kattfjord wird ordentlich aufgewühlt, die Wellen tragen Schaumkämme heran und brechen sich neben der Terrasse so heftig am Ufer, dass das Wasser bis an die Fenster spritzt. Entsprechend ist die Geräuschkulisse! Der lange Bootssteg hinter der Rezeption hüpft auf und nieder und wiegt sich auf den Wellen.

20170213_1130170

img_2122

Und der Sturm rüttelt am Häuschen, als ob er es gern davon tragen würde. Schafft er aber zum Glück nicht. Unglaublich ist, dass man sich auch an solch einem Tag vom Frühstück bis zur Kaffeezeit ohne Pause mit dem Fotografieren beschäftigen kann! Kaffeezeit? Da war doch was – Urlaub… hmmm… ach ja: Zeit für leckere Plattenhoppser! Und da ich in weiser Voraussicht die letzte „Hembakat“ als Reiselektüre eingepackt habe, versuch ich mal

POTATISPANNKAKOR

350 g Kartoffeln

120 g Mehl

1/2 TL Natron

1 Prise Salz

300 ml Milch

2 EL Joghurt naturell

1 EL Zucker

2 Eier

1 EL zerlassene Butter

20170212_091730

Kartoffeln schälen und in leicht gesalzenem Wasser weich kochen.

In der Zwischenzeit Mehl (ca. 1 EL zurückbehalten), Zucker und Salz in einer Schüssel mischen. 1/2 der Milch dazugeben und alles glatt rühren. Die restliche Milch, Eier und den Joghurt dazu geben und glatt rühren. Schließlich die gekochten Kartoffeln durch die Kartoffelpressse zum Teig geben, ebenso die zerlassene Butter (DIE muss natürlich nicht durch die Kartoffelpresse!).  Das zurückbehaltene Mehl mit dem Natron mischen und zum Teig geben, alles klümpchenfrei verrühren. Der Teig wird einigermaßen flüssig, die Pannkakor laufen in der Pfanne etwas auseinander (sonst passen fünf Stück in die Pfanne, jetzt nur drei).

20170212_092453

Öl in einer großen beschichteten Pfanne erhitzen und nacheinander 18 Pannkakor ausbacken. Den Teig habe ich mit so einem großen Pfannenlöffel portioniert (1 knapper Löffel Teig pro Plattenhoppser). Die, die schon fertig sind, im Herd warm halten. Sind alle gebacken, kommen sie mit Joghurt und Schwarze-JoBeer-Marmelade, Zimt und Zucker oder – wir sind schließlich in Norwegen! – mit einem Klecks gesalzener Butter und einem Scheibchen Karamellkäse („Brunost“) zu einem Kaffee mit Reiseschneebesenschaum auf den Tisch.

Vel bekomme!

20170212_094410

20170212_110632

Ballspiel

Heute gehts rund! Ich bin wild entschlossen, endlich mal wieder was Gesundes rauszuhauen. Obwohl – so ein kleines Leckerli… neiiin: starkbleiben. Die Reiseleitung hängt durch und muss aufgepäppelt werden. Es gab doch aus Kollegenkreisen tatsächlich den Vorschlag, ihn mit einem ordentlichen Batzen Fleesch zu versorgen. („Dann mach ihm doch mal ein Schnitzel!“) NÖ. Mach ick nich. Jibt nur Bullettis, aber… die sind irgendwie, wie sagt man doch gleich… ach ja: vegetarisch?!?

20160315_175225

BULGUR-TOFU-BÄLLCHEN

50 g Bulgur

20 g feine Haferflocken

15 g Polentagrieß

1 TL Stärkemehl

1/8 l Wasser

20160315_181330

Das Wasser aufkochen, Bulgur einrühren und nochmals aufkochen lassen. Von der Herdplatte ziehen und Polenta, Stärke und Haferflocken unterrühren und ca. 1/4 h quellen lassen.

1 Karotte

1 Schalotte

100 g Naturtofu

Salz, Pfeffer, Muskat

4 Essl. Olivenöl

20160315_183432-1.jpg

Die Karotte fein reiben, die Schalotte feinhacken. Den Tofu mit einer Gabel zerbröseln. Alles zu der Bulgurmischung geben und gut vermischen. Kräftig würzen!

20160315_183849.jpg

Esslöffelweise Teig zu Bällchen formen, in dem heißen Olivenöl 10 Minuten brutzeln, wenden und weitere 10 Minuten braten. Ganz sicher zerfallen beim Wenden einige der runden Teilchen – die müssen dann wohl gleich aus der Pfanne verkostet werden…

Für alle übrigen dürft ihr gern noch einen Dip mixen, z. B.

20160315_193042.jpg

ROTE-BETE-JOGHURT-DIP

160 g vorgegarte rote Bete

150 g Vollfettjoghurt

30 g Tahin

1 Knobi-Zehe

1 schön scharfe Chili (z. B. aus dem immer noch nicht geleerten Silvesterglas aus Angermünde)

frisches Koriandergrün

Salz & Pfeffer nach Geschmack

20160315_193200.jpg

Alles in ein schmales, hohes Gefäß geben und cremig pürieren. Fertig! Bulgurbällchen einditschen und genießen. Wer die Farbe seiner Klamotten fade findet, kann sich natürlich auch noch was auf Hose oder Shirt klecksen. Aber mit Bedacht! Jeht nie wieder raus!!!

20160315_193524.jpg

 

Zum Schluss

Ein Tag 2015 liegt noch vor uns, der Silvestertag. Und schon beginnt ein neues Jahr! Zuvor haben wir die letzten Arbeitstage hinter uns gebracht. Zwischen fleißigem Bahnfahren ein bisschen Weihnachten im Heimatstädtchen und bei den Schwiegis gefeiert. Die Chefin ist mit viel Aufregung, hoffentlich aber auch mit viel Freude und mit Hilfe von Familie und Freunden 75 geworden. Wir haben unsere letzten drei Urlaubstage 2015 zum Ausschlafen, Kaffeetrinken, Schwimmtraining und Faulsein genutzt. Tatsächlich sind nach einem frühlingsmilden Advent winterliche Temperaturen über uns hereingebrochen. Soeben hat der Gemahl in der Küche ein dickes schwarz-borstiges Spinnentier – vermutlich auf der Flucht vor der plötzlichen Kälte bei uns eingedrungen – erlegt. Nicht nett, aber für (m)eine geruhsame Nachtruhe unumgänglich. Nun läuft der Countdown 2015… Noch eine kleine Idee für den Silvesterabend gefällig? Neeein – kein Spinnen-Fondue oder so sondern:

20151230_172850.jpg

JAHRESEND-GEWÜRZ-MANDELN

400 g ganze Mandeln

25 g Kokosöl

1 Essl. Ahornsirup oder Honig

2 TL Raz el Hanout (oder mehr? -ausprobieren!)

Zimt nach Geschmack

1 TL Vanille-Salz

1 getrocknete Chilischote, fein gemörsert

20151230_173832.jpg

Den Herd auf 150 °C vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen. Kokosöl und Ahornsirup zerlassen, die Gewürze untermischen. Die Mandeln in eine Schüssel geben, die Gewürzmischung darüber verteilen, alles gut vermengen. Die Mandeln auf dem Blech verteilen und 20 Minuten im Herd rösten. Nach der halben Zeit „umrühren“. Dann das Blech aus dem Herd nehmen und die Mandeln auskühlen lassen.

20151230_174332.jpg

In eine gut verschließbare Blechdose füllen und mit zur Silvester-Party nehmen.

20151230_183737.jpg

Ordentlich feiern und guuut reinrutschen.

Und dann um Mitternacht… ein gutes, friedliches, glückliches und gesundes neues Jahr beginnen.

Machts jut bis 2016!

 

Im Schokoladen-Himmel

20151209_055120

Leute, gleich isses so weit: Weihnachten 2015. Wir sind 11 3/4 Monate (fast) jeden Morgen aufgestanden und sind nach dem Zähneputzen ohne Murren und Knurren zur Arbeit getrabt. Waren dortselbst sehr, seeehr fleißig und vor bzw. nach  der Arbeit sogar noch sportlich aktiv. Manchmal haben wir die Hütte geputzt und die Nachbarn freundlich angelächelt. Und nur ganz selten einen Mitmenschen vollgemeckert (wenn dieser Mitmensch z. B. seine Kippe nach der Quarzerei einfach in die Landschaft geschmissen hat). Wir haben die Kollegen nicht mehr geärgert als nötig, den Gemahl sowieso nicht. Und jetzt… JETZT stehen wir kurz vor der Belohnung: der Weihnachtsmann hat sich längst auf die Socken gemacht und natürlich viele schöne Dinge dabei, die wir uns redlich verdient haben! Rute, Kartoffeln, Kohlen… kriegen nur böse Kinder. Zu denen zählen wir nicht, ganz im Gegentum! Da er aber nicht alles schaffen kann, muss frau auch ein bisschen selbst tätig sein. Z. B. was die Plätzchenbäckerei angeht. Das wiederum ist ja nun kein Problem. Dem Anlass angemessen muss natürlich was besonders Leckeres zurecht gekrümelt werden. Da fällt mir umgehend ein Rezept ein, das schon zig Mal zubereitet wurde und aus einem meiner ersten Backbücher stammt. Mittlerweile erkennt das geübte Schlemmerauge sofort, worum es sich handelt, und es folgt unweigerlich die Frage: „Sind das die, wo mehr Schoki nicht geht?“ JAAA, det sind se. Und frau kann keine Weizenwampe davon kriegen, weil so gut wie kein Mehl drin ist. Dafür wandert Schoki rein. Und zwar in Mengen. Unmengen! Eigentlich futtert frau ja über die Feiertage ja eh meist zuviel, aber hiervon… können eigentlich nicht genug auf den Teller rollen. Hmmm. Schmatz schmatz schmatz. Schoooooki marsch!

20151114_125057

DIE, WO MEHR SCHOKI NICHT GEHT

175 g Zartbitterschokolade, gehackt

115 g Butter

2 Eier

115 g Kristallzucker

50 g brauner Zucker

40 g Mehl

25 g Kakaopulver

1 TL Backpulver

Mark einer Vanilleschote

1 Prise Salz

115 g Walnüsse, geröstet und grob gehackt

175 g Zartbitterschokolade, gehackt

115 g weiße Schokolade, gehackt

115 g Bitterschokolade, gehackt

20151114_132239

Herd auf 160 Grad Celsius vorheizen. Backbleche mit Backpapier auslegen, das Backpapier leicht einfetten. 175 g Zartbitterschokolade über einem Wasserbad zusammen mit der Butter schmelzen und zu einer glatten Masse verrühren. Vom Herd nehmen, etwas abkühlen lassen.

20151114_130649

In einer Rührschüssel Eier, Zucker und das Mark der Vanilleschote schaumig aufschlagen. Die Schoko-Butter-Masse dazugeben, gut unterrühren. Mehl, Kakao, Salz und Backpulver mischen und unterschlagen. Die restlichen Zutaten unterrühren.

20151114_134813

Je einen Esslöffel Teig mit 5-10 cm Abstand (ich backe 8 Cookies pro Blech, dann haben sie genügend Platz) auf die Bleche setzen, mit Hilfe des Löffels oder mit leicht angefeuchteten Fingern Kreise formen. 8-10 Minuten backen oder so lange, bis die Oberfläche glatt und glänzend erscheint und erste Risse bekommt. (Und auf gar keinen Fall so lange backen, bis die Cookies vollständig fest sind!!! Dann hätte frau die Schoko-Stückchen im Cookie zu Kohle gebacken. Det wär blöd.)

Die Bleche herausnehmen und die Cookies etwas abkühlen lassen, bevor sie vorsichtig (!) mit einem Tortenschippchen o. ä. auf ein Kuchengitter gesetzt werden, wo sie ihrem endgültigen Schicksal entgegen kühlen.

20151114_132617

Seid ihr jetzt entsetzt, wenn ihr schwarz auf weiß seht, was alles drin ist? Bestimmt nicht. Denn wer diese Cookies kostet… ahnt irgendwie, dass sich darin nicht gerade geraspelte Möhren und Diät-Margarine tummeln. Gelle?

Also – noch wäre ein klitzekleiner Moment, den Weihnachtskaffee-Tisch mit diesen Leckerlis zu bebacken. Wem die Lust dazu fehlt, kann sich das Backen ja für  2016 vornehmen. Wer auch dazu keine Meinung hat, wartet einfach, bis die Cookies mal wieder aus dem Hause kq rollen! Bis dahin… tanzt doch einfach eine Runde auf dem Schokoladen-Vulkan.

20151114_132915

Und nun wünsche ich SCHÖNE WEIHACHTSFEIERTAGE!

PS: Und jetzt verrate ich euch, hüstel, sogar noch, wie sie aussehen…:

20150408_191123

Schneckchen

Arbeitswochen haben ja in der Regel fünf Tage. Leider. Aber manchmal… MANCHMAL… haben sie auch nur vier Tage! Nämlich dann, wenn frau einen freien Tag herausgeschunden hat, um z. B. lieben Besuch in Empfang zu nehmen. So wie vergangenen Freitag! Nach einer gepflegten und sehr frühen Runde  durch gechlortes Nass in der Schwimmhalle unseres Vertrauens geht es ab – einmal quer durch die Stadt zur Endhaltestelle der ODEG. Hier dampfen die Züge aus dem Heimatstädtchen herein und bringen diesmal jemand Besonderes mit – unsere Chefin. Damit ich sie auch ja nicht verpasse, bin ich eine ¾ Stunde vor Ankunft vor Ort und gönne dem Bauch schon mal den ersten Milchkaffee des Wochenendes bei „Steinecke“. Hmm.

20151121_111150-1

Pünktlich schnauft der Zug herein und entlässt die besondere Fahrgästin auf den Bahnsteig und in meine Arme. Nur gut zehn Minütchen springen wir in die Anschlussbahn nach Klein Moskau und sind am späten Vormittag in unserer Wohnung, wo es zunächst ein Käffchen zum Aufwärmen gibt  und die aktuelle Kollektion kruemelqueen-Cookies verkostet werden darf ( ähm: muss…).

20151120_121431

Einen faulen Tag machen wir uns aber ansonsten nicht! Wir steuern den  Blumenladen „umme Ecke“  an, wo ich einen wunderbaren Blumenstrauß u. a. mit einer phantastischen Hortensienblüte darin bekomme. Und wir bestellen Geburtstagsblumen – denn am nächsten Tag sind wir alle gemeinsam zur langen Nacht des Geburtstagfeierns und am Sonntag gleich nochmal zur Tortenschlacht im RöRi eingeladen. Da will frau ja schließlich nicht mit leeren Händen erscheinen! Anschließend schleichen wir durch unseren Bio-Supermarkt auf der Jagd nach Diesem und Jenem. Zu Hause wird dann zunächst der Grundstock für den abendlichen Rosenkohlsalat mit getrockneten Tomaten, Knobi und Zwiebeln gelegt, d. h., er wird so gut wie fertig gerührt – abends kommen dann nur noch geröstete Brotwürfel und Mandelstifte dazu. (Die Schüssel mit dem „Vorsalat“ muss allerdings anschließend gut abgedeckt werden – 2 große rote Zwiebeln und 2 Knobizehen fordern ihren Geruchstribut, der Rosenkohl ja sowieso…)

Spontan denke ich anschließend darüber nach, zum freitäglichen Nachmittags-Kaffee nicht (nur) Cookies und Co., sondern vielleicht auch noch etwas Kuchenähnliches auf den Tisch stellen zu wollen. Ich schwanke zwischen Pecan-Pie-Bars und etwas, das an Urlaub im Norden erinnert. Die Frage, wie die Entscheidung ausgegangen ist, erübrigt sich fast… in der Hoffnung, den Gemahl  enorm zu erfreuen, mache ich mich an die Turbo-Fertigung von

20141015_173825

ACHT FREITAGS-SCHNECKEN

Teig

  • 250 g Mehl (Weizen/ Dinkel gemischt)
  • ½ Päckchen Trockenhefe
  • Etwas Salz
  • 3 TL Vanillezucker
  • 1 gute Prise gemahlener Kardamom

vermischen, mit

  • 1 Ei
  • 3 Essl. Walnuss-Öl
  • lauwarmen Wasser (soviel wie halt nötig; wer will, kann natürlich auch Milch nehmen…)

zu einem glatten Teig verkneten. (Die Flüssigkeitsangabe ist, hüstel, etwas ungenau. Das Wasser/ die Milch nur nach und nach zugeben und kneten, kneten, kneten bis der Teig eben schön glatt aussieht, sich vom Schüsselrand löst und kaum noch klebrig ist.) Abdecken und an einem warmen Ort ohne Zugluft schön auf- aber nicht weggehen lassen!

20151120_153623

Füllung

  • Butter
  • Zucker, Zimt, Kardamom
  • 1 Handvoll Walnüsse
  • Ca. ½ Tafel Bitterschokolade (optional)

In der Zwischenzeit Butter aus dem Kühlschrank nehmen, so dass sie gut (!) streichfähig wird. Drei Esslöffel Zucker (wer es süßer mag, auch mehr)  mit Zimt und gemahlenem Kardamom nach Geschmack mischen. Walnusskerne  und  Schokolade hacken.

20151120_153848

Acht Vertiefungen des Muffinsbleches entweder mit Papierförmchen auslegen oder einfach aus Backpapier Vierecke schneiden und damit die Vertiefungen des Muffinsbleches bestücken (sozusagen selbst Muffins-Papierförmchen herstellen).

Den Teig nochmals gut durchkneten und  auf bemehlter Fläche ausrollen (ääähm… vielleicht  so auf 20 x 30 cm oder etwas größer… habe nicht nachgemessen…).  Vorsichtig die weiche (!) Butter aufstreichen. Würde schätzen, vielleicht ¼ Stück Butter verbraucht zu haben. Auf jeden Fall nicht zu wenig nehmen, sonst wird das Gebäck  trocken!

20151120_154147

Auf die Butter die Gewürz-Zuckermischung aufstreuen, dann gehackte Walnüsse und Schokolade gleichmäßig darüber verteilen. Den Teig von der Längsseite her fest aufrollen, anschließend in acht gleichmäßig große Scheiben schneiden. Jede Scheibe mit der Schnittfläche nach oben in eine Vertiefung des Muffinsbleches setzen und abgedeckt nochmals ca. 20 Minuten aufgehen lassen.

Den Herd auf 180°C vorheizen.

Wer möchte, kann die Schnecken jetzt vor dem Backen noch mit Milch oder verquirltem Ei bestreichen und gehackte Nüsse oder auch einfach nur etwas Zimtzucker aufstreuen. Ca. 20 Minuten backen lassen, Stäbchenprobe machen!

Herausnehmen und ungefähr 30 Minuten oder so lange, bis die Schnecken einen kühleren Hintern kriegen, ruhen lassen. In der Zeit kann ja schon mal der Kaffee aufgesetzt und der Tisch gedeckt werden. Mittlerweile ist auch mein Reiseleiter zu Hause eingetroffen; ich habe ihn schon mit einer Unterwegs-Meldung neugierig gemacht. Ist der Kaffee fertig und in die Tassen gegluckert, die erste gaaaaanz frische Hefeschnecke genießen. Ein Träumchen!

Meint der Gemahl übrigens auch.

Hmmm.