Freizeit

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Kaum zu glauben: Eine Woche Urlaub! Endlich ein paar Tage frei. Und wir haben was vor: Wanderung! In der vorletzten „Slowly Veggie“ entdecke ich den Reisetipp „Von Schloss zu Schloss“. Das zugehörige Foto gaukelt goldenen Herbst in menschenleerer und autostraßenloser Landschaft vor. Haach… das wär’s! Die Reiseleitung ist einverstanden, wir buchen. Pünktlich vor Beginn unserer Tour fängt sich mein lieber Reiseleiter eine so heftige Erkältung ein, dass er sogar zwei Krankheitstage einschieben muss. Und die Seuche wandert weiter – zu mir. Am Tag unserer Abreise bin ich echt knülle. Wir vertrauen aber auf die gute Mecklenburger Luft und fahren trotzdem. Gewandert werden soll am Anreisetag eh‘ noch nicht. Also auf nach Ludwigslust! Hier haben wir uns für eine Nacht im „Hotel de Weimar“ eingemietet. Gleich nach Ankunft machen wir uns auf einen Spaziergang und auf die Suche nach Kaffee und Kuchen. Fündig werden wir in der „Alten Feuerwache“. Die Stachelbeer-Baiser-Torte ist hausgemacht und der Hammer. Hmmm.

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Abends gönnen wir uns ein Teuer-Essen im Hotelrestaurant. Wie so oft hat auch hier der Koch große Angst vor fleischfreien Speisen und entsprechend mickrig ist das Angebot für mich. Immerhin gibt es ein (!) Veggiegericht, „was mit Nudeln“. Kann man essen. Der Wein ist auf jeden Fall gut, und mein lieber Reiseleiter meckert auch nicht. Nur die Atmosphäre… jemütlich ist anders. Als ob alle einen Besenstiel verschluckt hätten, seeehr steif. Beim Frühstück geht es entspannter zu. Und es gibt u. a. hausgebackenes Rosinenbrot und sogar Kürbiskonfitüre; alles mundet prima.

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Anschließend machen wir uns auf unsere erste Etappe. Besonders lang ist sie nicht: es geht über ca. 12 km nach Neustadt-Glewe, wo uns ein edles Zimmer im „Schlosshotel Neustadt-Glewe“ erwartet. Leider ist die Dame am Empfang wenig zuvorkommend und ziemlich kopflos (bei Abreise gleich nochmal). Wir brechen zu einer Runde durch den Ort auf, kehren im „Café Rosenstraße“ ein (urig, der Kuchen reicht aber an die Torte vom  Vortag nicht heran).

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Anschließend laufen wir zur Burg und besuchen das darin befindliche Museum. Abendessen gibt es im Hotelzimmer. Wir sind gut müde und schnuppeln der zweiten Etappe entgegen. Über das Frühstück kann leider kein lobendes Wort verloren werden – ein Haufen abgepacktes Essen und ich sitze auf sehr kaputten Polstern – nee Danke.

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Als wir auschecken, wird das Gezeter der Empfangsdame (olle Trutsche!), was denn nun mit unserem Gepäck wird, durch einen Herrn vom „Jagdschloss Friedrichsmoor“ beendet, in dem er es einfach… abholt. Wir wandern ca. 15 km unserem Gepäck hinterher. Die Strecke ist schöner als die vom Vortag (da ging es doch recht viel auf an Straßen belegenen Fahrradwegen voran). Aber der Nebel verzieht sich den ganzen Tag nicht, die Luft kriecht uns kühl und feucht in die Klamotten. Immer in Bewegung bleiben! Dafür hören und sehen wir unterwegs so viele Zugvögel wie noch nie. Toll! Zur Kaffeezeit treffen wir im „Jagdschloss Friedrichsmoor“ ein.

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Ein Stück Kuchen lässt sich im „Restaurant UND CAFÉ Friedrichsmoor“ leider nicht erjagen, aber immerhin gibt es Kaffee. Das Zimmer ist ganz einfach und – das ist für zwei Rüsselpest-Kranke echt schlimm – saukalt. Obwohl drei Heizkörper auf höchste Stufe gestellt werden, schaffen sie es nicht, Zimmer und Bad mit zwei Außenwänden, ungeheiztem Hausflur vor der Zimmertür und in der Etage und unter uns und kaltem (da unbewohntem) Nachbarzimmer angemessen zu erwärmen. Zum Glück haben wir Tauchsieder, Tee, Tassen und sogar ein wenig Grundstoff für Grog dabei und schützen uns so – zusätzlich in die Bettdecke gewickelt (ich) – vorm Erfrieren.

 

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Das Frühstück ist nicht zu bemeckern, wir langen fleißig zu. Denn heute stehen 30 km auf dem Programm! Daher trödeln wir auch nicht herum sondern marschieren gegen halb zehn los. Und wieder Nebel… am Störkanal zaubert er uns tolle Stimmungen zum Fotografieren. Wir genießen den Weg und später sogar etwas Sonne. Es gibt sie also wirklich! Rast auf halber Strecke legen wir in Plate ein. Direkt am Weg liegt der „Störkrug“.

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Unverhofft wird uns ein echt leckeres Kürbissüppchen serviert. Das wärmt durch! Beim Kaffee beweise ich mal wieder meinen Hang zur Grobmotorik; anstelle einiger Zuckerkrümel schmeiß ich gleich das ganze Tütchen auf den Schaum. Menno.

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Auch die zweite Hälfte der Strecke nehmen wir mit Elan und erreichen am zeitigen Nachmittag das Ortseingangsschild von Schwerin, juhuuu! Von hier aus sind es trotzdem noch ca. 2 Stunden Fußmarsch bis ins Zentrum.

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Als das Schloss Schwerin ins Blickfeld rückt, sind wir doch froh. Geschafft!!! Insgesamt 60 km sind wir bis hierher gewandert. Das schöööne Zimmer im „Hotel Niederländischer Hof“ kommt uns wie gerufen. Schuhe aus, rin in die Wanne – aaaah… kein Schritt mehr vor die Hoteltür heute, mein linker Fuß schmerzt ziemlich, sobald ich meine Wanderschuhe besteige.

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Also Hotelrestaurant! Die Mappe auf dem Zimmer enthält die Speisekarte und ich freue mich schon auf Auberginenschnitzel mit Sellerie-Möhren-Salat. Nur… auf der Karte im Restaurant… steht davon nix. Die gemischte Karte „Pasta und Vegetarisches“ enthält genau 2x Fleischfreies… und zwar wieder (nur) „was mit Nudeln“. Womit die Lasagne gefüllt ist, kann ich nicht herausfinden. Der Ober weiß es auch nicht, fragt aber in der Küche nach. Leider spricht er so schlechtes Deutsch, dass weder ich noch mein lieber Reiseleiter seine Auskunft verstehen können. Dafür schmeckt der Wein.

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Das Frühstück bietet am nächsten Morgen wieder mal abgepacktes Essen (wenn auch nicht in dem Unfang wie in Neustadt-Glewe) und eine für mich echte Nerverei. Alle fünf Minuten scharwenzelt jemand um unseren Tisch und teilt den Kaffee zu anstatt ihn einfach hinzustellen. Ich bitte darum, die Kanne abzustellen. NÖ. Echt nervtötend!!!

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Dafür machen wir uns einen wunderbaren Schwerin-Tag obwohl mich mein Fuß heftig quält. Im Morgennebel spazieren wir zum Schloss und durch den Schlossgarten, finden hier und da noch dicke Rosenknospen und nach einigem Hin und Her sogar den Eingang zum Museum. Nix wie rein und beguckt, wie es sich die Oberen Zehntausend früher gut gehen ließen. Einmal im Kultur-Wahn düsen wir anschließend noch zur „Galerie Alte und Neue Meister“. Der Unterschied zwischen den Meistern ist gravierend! Das empfinden nicht nur wir so, wie sich einer Pinnwand mit Besucher-Statement-Zetteln entnehmen lässt.

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Unseren Elan belohnen wir im „Café Prag“ mit Mango-Sahne- und Preiselbeer-Buttercreme-Torte. Lecker! Anschließend wird im Hotel gechillt, abends geht es ins „Brinkama’s“. Hier muss ich nicht fragen, was ich esse – ich kann es erkennen; der Service ist sehr freundlich, aber nicht aufdringlich. Allet jut und voll lecker!

Und nu? Wir sind wieder zu Hause! Der letzte Urlaubstag ist verstrichen. Der Sonntag neigt sich seinem Ende zu. Ich hab kulinarisch mein bestes gegeben, uns mit bulgurgefüllten Wirsingrouladen, Pancakes, Sauerkraut-Birnen-Kuchen verwöhnt. Und heute? Gab es noch ein süßes Urlaubs-End-Trösterchen…

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PUMPKIN-CINNAMON-ROLLS

Teig:

540 g Mehl (ich hab Dinkelvollkornmehl & 550er Weizenmehl gemischt)

1/2 TL Salz

1 Päckchen Trockenhefe

40 g Zucker

120 ml  Milch

80 g Joghurt

110 g Kürbispüree

40 g zerlassene Butter

1 Ei

Die trockenen Zutaten in einer  Schüssel vermischen, Milch leicht erwärmen und mit Joghurt, Kürbispüree und dem Ei dazu geben. Einen glatten Teig kneten und diesen abgedeckt aufgehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

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Füllung:

40 g Cranberries

Orangensaft

Den O-Saft erwärmen und über die Cranberries gießen, ziehen lassen (mindestens 30 Minuten).

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80 g weiche (!) Butter

40 g Zucker

1 TL möglichst frisch gemahlenen Kardamom

1TL gemahlener Zimt

2-3 Essl. Kürbispüree (ca. 60 g)

40 g Pecannüsse, grob gehackt

Das Kürbispüree mit der weichen Butter gut verrühren. Zucker und Gewürze vermischen. Die Cranberries abtropfen lassen. Eine 20 x 30 cm Form fetten und mit Mehl ausstäuben.

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Den Teig nochmals durchkneten und zu einem großen Rechteck (30 x 50 cm vielleicht?) ausrollen. Die Kürbisbutter aufstreichen, dann den Gewürzzucker aufstreuen. Zum Schluss die gehackten Pecannüsse und die Cranberries aufstreuen, den Teig von der Längsseite aufrollen & in 12 Stücke schneiden, je mit der Schnittfläche nach oben in die Form setzen.

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Abdecken und erneut aufgehen lassen (ca. 30 Minuten). Schon mal den Herd auf 175°C vorheizen uuuund… ab in die Röhre! Hmm, das duftet nach Kardamom! Und während das Wetter heute goldenen Herbst spendiert, freuen wir uns auf gaaanz frische Schnecken. Kaffee her, Kerze auf den Tisch – lasst uns diesen Sonntag feiern!

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