Ein dickes Ding!

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Noch der letzte September-Donnerstag sieht Icke, den Klempner unseres Vertrauens, meinen lieben Reiseleiter und mich beim Italiener um die Ecke sitze; lecker Essen und Rotwein unter freiem Himmel. Dass das der letzte laue Sommerabend wird, ahnen wir, aber nun ist es klar: Herbst. Herbst! Es ist mittlerweile empfindlich kühl geworden. Tatsächlich mag ich morgens nicht mehr ohne Halsbedeckung aus dem Haus schleichen. Die Regenjacke muss nun  immer mit, nur mit einem Pullover drüber ist es nicht mehr getan. Aber ansonsten kann ich ihn schon gut leiden, den Herbst. Das Licht ist weich, die Luft frisch. Übermäßige Hitzerei und Schwitzerei: Ade! Und natürlich kullern jetzt die schönsten Früchte durch die Küche – sofern sie ob ihrer Größe kullern können. Äpfel schaffen das locker (obwohl mancher Boskop bedenkliches Gewicht entwickelt), Birnen und Quitten auch. Schwierig wird es bei Kürbis, z. B. bei dem, der uns an eben jenem letzten lauen Sommerabend heimsucht. Aufgewachsen ist er im Heimatstädtchen, im Garten einer Bekannten der Chefin. Richtig dick und groß und orange ist er dort geworden. Bis der RöRi vorbeikommt, ein Foto macht, mir selbiges zusendet und anfragt, ob ich nicht genau in diesen wunderbaren Kürbis schockverliebt bin. Ich bin. Er sieht so hübsch und harmlos aus! Meine Augen sind größer als der Platz in unserer Küche . Viel, viel größer. Ich wünsch mir den Kürbis. Der Kürbis kommt. Direkt mit einer Sack-Karre (!) in meine Küche.  

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Zum Glück mit der Option, ihn dort aufzumessern und sodann an mehrere verrückte Kürbisköche zu verteilen. Denn als er den Weg in den RöRi gefunden hat, wird er gewogen. Die geschätzten 25 kg werden auf 36 (!!!) kg korrigiert. Ach du grüne Neune. Mit dem Ding könnte ich unsere Küchenmöbel umkegeln.  Nach dem Italiener-Abend finden wir uns also zu viert in unserer Küche ein. Der dicke Orangefarbene verabschiedet sich unter einer langen Messerklinge von seiner gemütlichen Figur. Eine Hälfte entschwindet zusammen mit seinen Transporteuren in die Nacht – die andere Hälfte bedroht für ca. 1 Woche mich, meine Küche und meine Freizeit.

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Es ist erstaunlich, welche Vielfalt in so einem Kürbis steckt! Ich setze jede Idee um, die mir vor die Flinte kommt, damit auch kein Kürbis-Fitzelchen vergammelt.  

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Falls euch jemals ein großer Kürbis heimsuchen sollte – Vorsicht: viel Arbeit. Falls ihr euch des Kürbisses nicht erwehren könnt oder wollt, hier ein paar Anregungen (mit denen frau nicht nur sich selbst, sondern auch andere beglücken kann):

Kürbis-Brötchen für das Wochenendfrühstück (mein lieber Reiseleiter findet’s lecker, ich natürlich auch)

Kürbis-Kokos-Aufstrich mit Chili & Ingwer (Icke freut sich über eine Aufstrich-Spende)

Küribsmus zum Einfrieren (Grundlage z. B. für Pumpkin-Pie oder –Cookies!)

Kürbismus zum Einwecken (Verwendung wie oben, Gefrierfach ist jetzt aber  voll)  

Pumpkin-Streusel-Bars with Chocolate-Chips (die Kollegen finden’s lecker)

Gedünstetes Kürbisgemüse mit Chili (schnelles Abendessen)

Kürbis-Orangen-Marmelade mit Vanille (die Kollegen freuen sich über Marmelade-Spenden)

Kürbis-Cranberry-Chutney (die Kollegen freuen sich über Chutney-Spenden)

Kürbisspalten, auf dem Blech gebacken

Kürbis-Hummus (das finde speziell ich lecker, aber auch die Nachbarin von der Chefin)

Kürbis-Sahne-Kuchen vom Blech (die Kollegen vom Reiseleiter finden’s lecker)

Pumpkin Baked Oatmeal (super Frühstück fürs Büro)

Kürbis-Feta-Galette… (leicht umzusetzen auch in fremden Küchen, z. B. bei der Chefin)

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KÜBIS-FETA-GALETTE

375 g Dinkelmehl (650er)

1 TL Salz

1 TL Backpulver

200 g Quark (20 % Fett)

2 Eier

3 EL Öl

Mehl, Salz und Backpulver mischen und in eine Schüssel sieben. Die übrigen Zutaten dazu geben und alles zu einem glatten Teig kneten. Den Teig zu einem großen Kreis ausrollen und auf ein Blech legen. Der Teig kann ruhig über das Blech hinausragen – die Teigränder werden dann über der Füllung zusammengeschlagen.

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Herd auf 190°C vorheizen.

600 g Butternuss-Kürbis (geschält, halbiert, entkernt und in 0,5cm breite Scheiben geschnitten)

2 EL Ahornsirup

¼ TL Salz

1 Packung Feta (von 150 g bis 250 g passt alles auf die Galette)

einige Zweige Thymian, nur die Blättchen

1 Ei, verquirlt

nach Belieben noch einige Streifen getrocknete Tomaten in Öl, abgetropft.

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Die Kürbisstücke kreisförmig auf dem Teig anordnen, einen 3-4 cm breiten Rand frei lassen. Den Kürbis mit Ahornsirup beträufeln & mit dem Salz bestreuen. Dann den zerbröselten Feta über den Kürbis geben, zum Schluss die Thymianblättchen rieseln lassen. Den Teigrand dekorativ über die Füllung schlagen und mit verquirltem Ei bestreichen.

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Alles ca. eine ¾ Stunde backen (falls verwendet: die Tomaten kurz vor dem Ende der Backzeit auf dem Belag verteilen – sonst werden sie zu dunkel)  und vor dem Anschneiden noch 10 Minuten ruhen lassen. Easy. Nicht völlig ungesund. Lecker!

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Übrigens funktioniert die Galette auch mit dem Riesenkürbis von der Kürbisplantage eures Vertrauens, falls der gerade weg muss. Allerdings: Auch wenn viel Kürbis verbraucht werden muss, bitte nur 600 g verbacken!

Übrigens funktioniert die Galette auch mit Rosmarin (DEN hab ich auf dem Balkon), falls gerade kein Thymian (DEN hat die Chefin auf der Terrasse) vorrätig sein sollte. Vielleicht Rosmarin erst 10 Minuten vor Ende der Backzeit aufstreuen, weil die Nadeln sonst nicht mehr SO ansehnlich sind.

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Eine entspannte, leckere Kürbiszeit!

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10 Kommentare zu “Ein dickes Ding!

  1. Oh, die Kürbis-Feta Galette sieht super aus. Falls mir dieses Jahr noch mal ein Kürbis vor die Füsse rollt, würde ich das mal ausprobieren.

  2. Das klingt wirklich nach einer unglaublich kürbisgestressten Woche… Vielen Dank auf für die Kürbis-Orangen-Marmelade mit Vanille! Ich habe unsere kleinen Spalten dieses Monsterkürbis mittlerweile auch zu Kürbissuppe verarbeitet. Und ich bis sehr froh, dass ich nur ein so kleines Stück abbekommen habe. Bei einem größeren ware ich schon beim Zerschneiden und Schälen überfordert gewesen…

  3. Ach komm….also dieser Kürbis, dieser ließ sich echt gut schneiden und schälen!
    Ansonsten auch sehr lecker Kürbis-Pastinaken-Gratin bzw. Kürbis-Broccoli-Gratin oder einfach Suppe mit Kokos und Chili dran.
    Das Ding war jedenfalls ein echt ganz dickes Ding!

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