Der Giersch ist los!

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Kühl ist es noch. Aber die Tage werden länger und länger. Viel Regen, manchmal Sonne, hin und wieder Wärme. Die Natur kann sich nicht mehr bremsen. Knospenknall auf Knospenknall. Leider knallen nicht nur gewünschte Knospen. Nein: auch sogenanntes Unkraut schießt empor. Die Gärtnerin von Welt wird unruhig. Im Garten grünt es, aber nicht etwa, weil wunderbarste Stauden Blüte auf Blüte vorbereiten. Nee. Alarm. Höchste Warnstufe. Der Giersch ist los – giersch, gierscher, am gierschesten!!! Meine Kollegin berichtet von ihrer 900 qm großen LPG. Sie zeigt Fotos. Ich bewundere den grünen Teppich. Ich bestelle. Und die Lieferung erfolgt prompt: zwei harmlos aussehende Tüten, prall gefüllt. Als ich diese öffne, quillt das fest gestopfte Grün heraus.

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Blätter über Blätter über Blätter! Ich mache mich an die Arbeit und entstiele. Und entstiele. Und entstiele… Als erstes (das geht auch am schnellsten) wird anschließend ein Pesto gemixt, aus einer ordentlichen Portion Gierschblätter, Knoblauchzehen, Walnüssen, Salz, 2 kleinen roten getrockneten Chili-Schoten und Olivenöl. Käse muss nicht rein – wer zu Pesto-Pasta welchen will, hobelt sich dann einfach frisch welchen über das Essen! Damit bekomme ich aber noch nicht einmal eine Tüte leergeräumt. Was stand doch da gleich im Internet zu lesen, Giersch nennt sich auch Wildspinat? Da gab es doch letzte Woche bei uns diese wunderbare Quiche mit Lauch und Rucola und Spinat, da modeln wir doch gleich mal das Rezept um und backen für den Sonntagabend

RUCOLA-GIERSCH-LAUCH-QUICHE

Für den Teig:

250 g Dinkelmehl (Type 630), 125 g kalte Butter/ Margarine, 1 Ei und Salz mit wenig kaltem Wasser (ca. 3 Essl.) zu einem glatten Teig verkneten und für eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen.

Schon mal Backpapier und Hülsenfrüchte zum Blindbacken bereithalten.

Den Herd auf 200°C vorheizen. Quiche-Form (26 – 28 cm Durchmesser) fetten und bemehlen. Den gekühlten Teig auf bemehlter Arbeitsfläche mit dem Nudelholz platt machen, bis er rund und groß genug ist, um den Boden und auch den Rand der Quicheform zu bedecken. Den Boden einige Male einstechen, immer rin mit der Gabel! Backpapier auflegen und Hülsenfrüchte einfüllen. 20 Minuten blind backen, dann die Form aus dem Herd nehmen und Backpapier/ Hülsenfrüchte entfernen.

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Für die Füllung:

160 g Gierschblätter

200 g Porree  (bereits geputzt)

80 g Rucola

80 g getrocknete Tomaten in Öl, abgetropft (Öl auffangen!)

1 rote Zwiebel (na oder eben eine gelbe)

2 Knoblauchzehen

Pfeffer, Muskat

Giersch und Rucola gut waschen, abtropfen lassen, grob hacken. Lauch halbieren, gut waschen und in dünne Ringe schneiden (3 mm breit). Zwiebel vierteln, in dünne Viertelringe schneiden, Knobi fein hacken.

2-3 Essl. aufgefangenes Öl von den Tomaten in einer Pfanne erhitzen, Zwiebeln und Knobi anschwitzen, dann den ganzen Grünkram hinterher werfen und etwas zusammen fallen lassen. Die Tomaten klein schneiden, zum Gemüse geben. Alles mit Pfeffer und Muskat würzen. Salz eher keins dazugeben (kommt ja nachher welches in den Guss), damit die Füllung nicht wässrig wird! Pfanne vom Herd nehmen, Füllung abkühlen lassen.

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Guss:

150 g Sahne

130 g Greyerzer Käse

2 Eier

Den Käse fein reiben. Sahne und Eier gut verquirlen, mit Salz und Pfeffer würzen. Den geriebenen Käse unterrühren.

Jetzt kommt die Geschmacksfrage – entweder das Gemüse auf den vorgebackenen Boden und den Guss darüber geben – da er aber durch den Käse dickflüssig ist, sickert er schwer ein. Oder den Guss bereits mit dem Gemüse vermengen und diese „fertige“ Mische auf den Boden löffeln. Wer ganz großer Käse-Fan ist, kann gern über das fertige Kunstwerk noch geriebenen Käse streuen. Ist aber auch ohne wunderbar würzig!

Wofür auch immer ihr euch entscheidet: wenn das geschafft ist, kann die Quiche zurück in den Herd, wo sie in ca. 25 Minuten einer sanften, leckeren, den Mund wässrig machenden Goldbräune entgegen brutzelt. Wie das duftet! Ein paar frische Tomätchen aufschnibbeln, mit einem ordentlichen Stück Quiche auf die Teller bugsieren und den Sonntagabend genießen. Fehlt nur noch ein Gläschen Wein. Guten Hunger!

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Und wenn dann IMMER NOCH Giersch da ist??? Auf in die nächste Runde an der Backschüssel…

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GIERSCH-MUFFINS

40 g Gierschblätter, gewaschen und abgetropft

250 g Magerquark

200 g (Soja-) Joghurt

60 ml Distelöl

2 Eier

100 Mehl

150 g Dinkelmehl (Type 630)

1 Packung Backpulver

1 TL Salz

50 g gehackte Walnüsse

50 g abgetropfte getrocknete Tomaten in Öl, in kleine Stücke geschnitten

Giersch-Pesto

Ein Muffinsblech mit Papierförmchen bestücken. Den Herd auf 180°C vorheizen. Die Gierschblätter fein hacken. Quark, Joghurt, Öl, Eier verquirlen und den Giersch unterrühren.

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Mehl, Dinkelmehl, Salz, Backpulver mischen und über die Quarkmasse sieben, unterrühren. Sollte der Teig zu fest erscheinen, wenig Wasser zugeben. Zum Schluss Walnüsse und Tomaten unterrühren.

Die Vertiefungen des Muffinsbleches zu 1/2 mit Teig füllen. Eine kleine Vertiefung hinein drücken, je 1/2 TL Pesto hinein geben. Dann den restlichen Teig darauf verteilen. Ab in den Herd und 20-25 Minuten hellbraun backen, herausnehmen und auskühlen lassen.

Damit der Montag nicht zu schwer fällt, für jede Kollegin einen zum Frühstück spendieren. Und sich selbst gleich zwei!

 

 

 

 

 

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4 Kommentare zu “Der Giersch ist los!

  1. Ich finde, das sieht gut aus und klingt sehr lecker, vor allem die Quiche. Allerdings kenne ich niemanden, der mir diese Giersch-Blätter verehren könnte… Aber zur Not wird eben wieder zurück getauscht, zum Beispiel gegen Mangold oder Spinat…

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