Schneckchen

Arbeitswochen haben ja in der Regel fünf Tage. Leider. Aber manchmal… MANCHMAL… haben sie auch nur vier Tage! Nämlich dann, wenn frau einen freien Tag herausgeschunden hat, um z. B. lieben Besuch in Empfang zu nehmen. So wie vergangenen Freitag! Nach einer gepflegten und sehr frühen Runde  durch gechlortes Nass in der Schwimmhalle unseres Vertrauens geht es ab – einmal quer durch die Stadt zur Endhaltestelle der ODEG. Hier dampfen die Züge aus dem Heimatstädtchen herein und bringen diesmal jemand Besonderes mit – unsere Chefin. Damit ich sie auch ja nicht verpasse, bin ich eine ¾ Stunde vor Ankunft vor Ort und gönne dem Bauch schon mal den ersten Milchkaffee des Wochenendes bei „Steinecke“. Hmm.

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Pünktlich schnauft der Zug herein und entlässt die besondere Fahrgästin auf den Bahnsteig und in meine Arme. Nur gut zehn Minütchen springen wir in die Anschlussbahn nach Klein Moskau und sind am späten Vormittag in unserer Wohnung, wo es zunächst ein Käffchen zum Aufwärmen gibt  und die aktuelle Kollektion kruemelqueen-Cookies verkostet werden darf ( ähm: muss…).

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Einen faulen Tag machen wir uns aber ansonsten nicht! Wir steuern den  Blumenladen „umme Ecke“  an, wo ich einen wunderbaren Blumenstrauß u. a. mit einer phantastischen Hortensienblüte darin bekomme. Und wir bestellen Geburtstagsblumen – denn am nächsten Tag sind wir alle gemeinsam zur langen Nacht des Geburtstagfeierns und am Sonntag gleich nochmal zur Tortenschlacht im RöRi eingeladen. Da will frau ja schließlich nicht mit leeren Händen erscheinen! Anschließend schleichen wir durch unseren Bio-Supermarkt auf der Jagd nach Diesem und Jenem. Zu Hause wird dann zunächst der Grundstock für den abendlichen Rosenkohlsalat mit getrockneten Tomaten, Knobi und Zwiebeln gelegt, d. h., er wird so gut wie fertig gerührt – abends kommen dann nur noch geröstete Brotwürfel und Mandelstifte dazu. (Die Schüssel mit dem „Vorsalat“ muss allerdings anschließend gut abgedeckt werden – 2 große rote Zwiebeln und 2 Knobizehen fordern ihren Geruchstribut, der Rosenkohl ja sowieso…)

Spontan denke ich anschließend darüber nach, zum freitäglichen Nachmittags-Kaffee nicht (nur) Cookies und Co., sondern vielleicht auch noch etwas Kuchenähnliches auf den Tisch stellen zu wollen. Ich schwanke zwischen Pecan-Pie-Bars und etwas, das an Urlaub im Norden erinnert. Die Frage, wie die Entscheidung ausgegangen ist, erübrigt sich fast… in der Hoffnung, den Gemahl  enorm zu erfreuen, mache ich mich an die Turbo-Fertigung von

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ACHT FREITAGS-SCHNECKEN

Teig

  • 250 g Mehl (Weizen/ Dinkel gemischt)
  • ½ Päckchen Trockenhefe
  • Etwas Salz
  • 3 TL Vanillezucker
  • 1 gute Prise gemahlener Kardamom

vermischen, mit

  • 1 Ei
  • 3 Essl. Walnuss-Öl
  • lauwarmen Wasser (soviel wie halt nötig; wer will, kann natürlich auch Milch nehmen…)

zu einem glatten Teig verkneten. (Die Flüssigkeitsangabe ist, hüstel, etwas ungenau. Das Wasser/ die Milch nur nach und nach zugeben und kneten, kneten, kneten bis der Teig eben schön glatt aussieht, sich vom Schüsselrand löst und kaum noch klebrig ist.) Abdecken und an einem warmen Ort ohne Zugluft schön auf- aber nicht weggehen lassen!

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Füllung

  • Butter
  • Zucker, Zimt, Kardamom
  • 1 Handvoll Walnüsse
  • Ca. ½ Tafel Bitterschokolade (optional)

In der Zwischenzeit Butter aus dem Kühlschrank nehmen, so dass sie gut (!) streichfähig wird. Drei Esslöffel Zucker (wer es süßer mag, auch mehr)  mit Zimt und gemahlenem Kardamom nach Geschmack mischen. Walnusskerne  und  Schokolade hacken.

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Acht Vertiefungen des Muffinsbleches entweder mit Papierförmchen auslegen oder einfach aus Backpapier Vierecke schneiden und damit die Vertiefungen des Muffinsbleches bestücken (sozusagen selbst Muffins-Papierförmchen herstellen).

Den Teig nochmals gut durchkneten und  auf bemehlter Fläche ausrollen (ääähm… vielleicht  so auf 20 x 30 cm oder etwas größer… habe nicht nachgemessen…).  Vorsichtig die weiche (!) Butter aufstreichen. Würde schätzen, vielleicht ¼ Stück Butter verbraucht zu haben. Auf jeden Fall nicht zu wenig nehmen, sonst wird das Gebäck  trocken!

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Auf die Butter die Gewürz-Zuckermischung aufstreuen, dann gehackte Walnüsse und Schokolade gleichmäßig darüber verteilen. Den Teig von der Längsseite her fest aufrollen, anschließend in acht gleichmäßig große Scheiben schneiden. Jede Scheibe mit der Schnittfläche nach oben in eine Vertiefung des Muffinsbleches setzen und abgedeckt nochmals ca. 20 Minuten aufgehen lassen.

Den Herd auf 180°C vorheizen.

Wer möchte, kann die Schnecken jetzt vor dem Backen noch mit Milch oder verquirltem Ei bestreichen und gehackte Nüsse oder auch einfach nur etwas Zimtzucker aufstreuen. Ca. 20 Minuten backen lassen, Stäbchenprobe machen!

Herausnehmen und ungefähr 30 Minuten oder so lange, bis die Schnecken einen kühleren Hintern kriegen, ruhen lassen. In der Zeit kann ja schon mal der Kaffee aufgesetzt und der Tisch gedeckt werden. Mittlerweile ist auch mein Reiseleiter zu Hause eingetroffen; ich habe ihn schon mit einer Unterwegs-Meldung neugierig gemacht. Ist der Kaffee fertig und in die Tassen gegluckert, die erste gaaaaanz frische Hefeschnecke genießen. Ein Träumchen!

Meint der Gemahl übrigens auch.

Hmmm.

 

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