Strafe muss sein

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Wer Sommer und Herbst dazu nutzt, Früchte aus Wald und Feld zu ernten oder einzusammeln, Quitten von der Chefin mit nach Hause schleppt, sich von ihr gar Quittenpakete (ja! tatsächlich!!!) schicken lässt oder Kollegen nötigt,  die überzählige Ernte an Kirschen, Äpfeln, Pflaumen, Johannisbeeren, Aroniabeeren, Pfirsichen… abzuliefern, der muss sich nicht wundern, dass sie oder er vor Erschöpfung irgendwann den Kochlöffel kaum noch halten kann und in Sachen Platz gar nichts mehr geht. Die Tür vom Vorratsschrank wölbt sich förmlich nach außen, so vollgestopft mit Marmelade- und Chutney-Gläsern ist alles. Jede gute Tat rächt sich eben!!! Und so ist jetzt nicht etwa Ruhe nach dem Sturm angesagt, sondern frau hat sich das Gehirn zu zermartern, wie die Vorräte nun auch verbraucht werden könnten. Verschenken ist prinzipell eine gute Idee… aber solche Mengen kann ich nicht in die Welt schleppen, da reichen meine Muckis nicht. Also muss etwas her, was sich zum Verbrauch der eingekochten kleinen Süßen bestens eignet, z. B.

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LINZER TORTE

200 g geriebene Mandeln

80 g Zucker (davon ein Teil Vanillezucker)

1 Prise Vanillesalz

120 g Dinkel-Vollkornmehl

120 g Mehl (550er)

Zimt und Nelken (gemahlen) nach Geschmack

180 g (Veggie) Butter

1 kleines Ei

etwas Cointreau

250 g aromatische Marmelade (z. B. Holunder oder Schlehe)

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Die Mandeln in einer trockenen Pfanne anrösten, bis sie duften. Aufpassen – sie werden fix braun! Dann mit Mehl, Zucker und Gewürzen mischen und in eine Schüssel geben. Butter und Ei dazu und alles zu einem Mürbeteig verkneten. Ist der zu trocken, bissken Cointreau rein. (Milch oder kaltes Wasser tun es aber auch). Falls der Teig saftig genug ist – ab mit dem Cointreau in die Bäckerin. Ist ausreichend Cointreau da, kann er ja in den Teig UND die Bäckerin gegossen werden, sozusagen parallel. Ca. 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen (also: den Teig natürlich).

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In der Zwischenzeit schon mal die quadratische Springform fetten und mit Mehl ausstäuben, außerdem versuchen, das Marmeladeglas zu öffnen. In meiner Erinnerung hab ich es doch gar nicht so fest zugedreht… so viel Kraft hab ich doch gar nicht! Offenbar aber doch. Ich muss dem Deckel auf die Sprünge helfen, bis er aufploppt.

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Hat der Teig genug gefroren, aus dem Kühlschrank befreien (frau weiß ja selbst wie es ist, wenn’s immer so frisch ist… nicht schön!) und ca. 2/3 in die Form drücken, dabei einen kleinen Rand formen. Den Herd schon mal auf 180°C vorheizen. Marmelade gleichmäßig darauf verstreichen. Den restlichen Tag ausrollen und entweder Streifen schneiden oder Plätzchen ausstechen, die dann auf der Marmelade drapiert werden. Alles wandert für 40 Minuten in die Röhre.

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Anschließend den Kuchen auskühlen lassen und wie immer noch abends das erste Stück gemeinsam verkosten. Ist nicht zu süß und schmeckt schon beinahe etwas adventlich. Wer eine nicht so aromatische Marmelade verwendet, kann selbige übrigens mit abgeriebener Zitronenschale oder frisch geriebenem Ingwer aufpeppen. Schmeckt supergut! Noch viel besser schmeckt dazu mit Sicherheit auch ein verträumtes Portiönchen Sahne… aber… na… ich erinnere mich gerade noch rechtzeitig, dass ich Sahne ja verabscheue. Wissen alle, die mich kennen. Bei uns gibt es daher nur die Linzer-Torte-Mager-Variante!

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Dieser Kuchen ist übrigens bestens für eine Kaffeetafel mit Gästen geeignet, weil er sich prima vorbereiten lässt und nach ein bis zwei Tagen erst so richtig gut schmeckt. Also schnell Gäste einladen und ausprobieren!

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