Langer Donnerstag – kurzes Brot

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Donnerstagnachmittag. Nach den vergangenen Wochen voller Herbstgold nunmehr fieser Niesel draußen vor dem Fenstern. Düsternis, die an November denken lässt. Und der Gemahl lässt mich mit solch einer Wetter-Tristesse allein und düst zum Fotoclub, von dem er erfahrungsgemäß erst 22 Uhr zurück sein wird. Hmmm. Selbst Schuld! So völlig ohne Aufsicht werde ich gegen die Kälte angehen (Herd anheizen). Ich werde stimmungsaufhellende Substanzen in nicht unbeträchtlicher Menge auf die Arbeitsfläche schleudern (Butter, Zucker, Schokolade, eben erst geschenkt bekommenes Nutella…) und verarbeiten. Ich werde mich körperlicher Ertüchtigung, nach der ja angeblich viele schöne Glückshormone ausgeschüttet werden sollen, hingeben (Rührlöffel schwingen). Ich sitze in Gedanken bereits hinter einem herrlichen Milchkaffee und einem Berg von Cookies und Keksen. Das sind Aussichten! Da ich erst am Spätnachmittag heimkomme, plane ich  zunächst (nur) die Fertigung von Nutella-Swirl-Cookies.

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Die Kleene hat da vor einiger Zeit den Vorreiter gemacht und mich davon überzeugt, auch so etwas backen zu wollen. Aber der Teig muss vor der Weiterverarbeitung im Kühlschrank ruhen. Ich habe also Zeit, die nicht verschwendet werden darf. Mir fällt ein, dass ich ein elektronisches Lesezeichen bei „Kokos-Nougat-Knöpfen“ gesetzt habe und noch ca. 100 g Schichtnougat aus einem der Präsentkörbe von Schwiegermamas 80. Börsdee im Küchenschrank leise vor sich hinweinen. Ich knete Kokosmürbteig. Aber der Teig muss vor der Weiterverwendung im Kühlschrank ruhen. Ich habe also Zeit, die nicht verschwendet werden darf. Hmmm… da schaffe ich doch bestimmt auch noch eine dritte Sorte? Irre wie ich nunmal bin, gnüddele ich auch noch einen weiteren Teig zusammen, der… auch vor der Weiterverarbeitung im Kühlschrank ruhen muss! Aber mittlerweile sind zum Glück Teig 1 und 2 so gut durchgekühlt, dass die Fertigung von Teig 4 entbehrlich bleibt. Die Swirl-Cookies werden mit Esslöffeln auf das Blech gesetzt und können in den Herd. Während die backen, rolle ich Nougatwürfelchen in Kokosmürbteig ein.

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Die Bällchen sehen perfekt aus – sowohl vor als auch dann nach dem Backen. Ich bin begeistert. Schließlich schreite ich erneut zur Tat. Denn auch Teig 3 hat jetzt genug gebibbert und sich ein bisschen Wärme verdient. Ja ja, ich verrate ja schon die näheren Einzelheiten!

MANDELCREME-SHORTBREAD

2 Essl. starker Kaffee

100 g Butter

80 g Mandelcreme (ich habe eine wie im Rezepteintrag vom 24. April genutzt)

50 g Puderzucker

Mark einer Vanilleschote

Salz

200 g Mehl

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Eine Springform mit 22 bis 24 cm Durchmesser fetten und mit Mehl ausstäuben. Butter, Mandelcreme, Mark der Vanilleschote, Kaffee und Puderzucker cremig rühren. Mehl und Salz zugeben und alles zu einem Teig kneten. Diesen gleichmäßig in die Form drücken, Schon mal 16 Stücke mit einem Messer markieren, jedes Stück mit einer Gabel einstechen. Für mindestens Stunde in den Kühlschrank stellen.(Zwei Stunden sind besser, aber wer hat schon so viel Geduld?)

Den Herd auf 150°C vorheizen. Die Form aus dem Kühlschrank nehmen, evtl. die Stücke nochmals mit dem Messer nachschneiden, falls der Teig vorher zu weich war. Für 45 bis 50 Minuten ab in den Herd. Immer gucken, ob das Gebäck nicht zu braun wird.

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Nach der Backzeit herausnehmen, vorsichtig den Springformrand lösen, 5 Minuten abkühlen lassen und dann in die bereits markierten Stücke schneiden (aber nicht vom Springformboden herunternehmen – die Kekse sind noch zu weich und brechen leicht.) Vollständig auskühlen lassen.

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Für die Verzierung:

80 g Bitterschoki (70% Kakaoanteil)

1 TL Kokosöl

bunte Zuckerperlen nach Belieben

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Jetzt wird mir langsam die Zeit knapp: Die Uhr zeigt bereits 21:30 Uhr! Egal: Die Schokolade (wem 70% Kakaogehalt zu bitter ist – einfach eine andere Schokolade verwenden) mit dem Kokosöl über einem heißen Wasserbad schmelzen. Ein Backblech oder ein großes Holzbrett mit Backpapier auslegen. Die Kekse vorsichtig vom Springformboden lösen und mit der breiteren Seite in die Schokolade tauchen, evtl. per Teelöffel noch mehr Schokolade auf den Keks geben. Auf das Brett legen und nach Belieben mit bunten Zuckerperlen verzieren. Trocknen lassen.

An diesem Punkt angekommen, dreht sich ein Schlüssel im Schloss, mein Fotokünstler entert die Wohnung und zeigt sich beeindruckt von meiner Arbeitsproduktivität. Dass ich – mal wieder – keine Flusen gejagt habe, muss ich ja nicht extra betonen…

Dafür staubsauge ich heute freiwillig. Und zum Freitagskaffee schmecken uns die Shortbreads phantastisch!

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Ein schönes Wochenende für euch alle!

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2 Kommentare zu “Langer Donnerstag – kurzes Brot

  1. Hach, das sieht ja wieder gut aus! Auch die Erdnussbutter-Nussnougat-Cookies. Da warst du je extrem produktiv an dem Tag… Ist schon alles aufgebraucht?

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