Mei Leipzsch lob ich mir!

IMG-20150328-WA0033-1

Noch immer ziehen die ziemlich genau zwei Monate zurückliegenden Geburtstage ihre Kreise… bis heute! Schließlich gab es doch in Abisko einen Gutschein, der endlich eingelöst werden will: Auf in die studentische Vergangenheit, auf nach Leipzig!

Thomaskirche

Denn auch wenn es mir absolut gar nicht anzuhören ist: gute vier Jahre habe ich im tiefsten Sachsen konsequent das erste Mal an meinen eigentlichen Interessen vorbei studiert, dabei tolle Menschen und diese schöne Stadt kennengelernt und eine prima Zeit gehabt. Und sogar einen Abschluss erworben. Und nun… spendiert die Reiseleitung Fahrkarten ins Sächsische, damit ich in Erinnerungen schwelgen kann. Vor Ort gibt es als erstes ein leckeres Frühstück im „Telegraph“.

20150328_094023  20150328_094032

Das „Café Telegraph“ haben wir gemeinsam ausgewählt; mein lieber Reiseleiter hat zwei Plätze reserviert. Die Lokalität ist genau nach meinem Geschmack: nicht aufgebretzelt, gemütlich, ein bisschen unperfekt und mit voll netter Bedienung.

20150328_092214

20150328_093912

20150328_103007

Das „Frühstück Grande für 2“ wird prompt geliefert, der Kaffee ist heiß und der Prosecco gekühlt. Der Gastraum füllt sich zusehends – links von uns mit Gästen, die schreeecklich berlinern 😉; gradeaus sitzen zwei Freundinnen, die vor Kichern fast vom Stuhl fallen und kaum ihre Bestellung aufgeben können (nach dem Prosecco werden sie ruhiger), daneben ein Herr, der bei schwarzem Kaffee ausdauernd die ausliegenden Zeitungen studiert… eine bunte Gästemischung! Wir bekiekern Leute, quatschen ein bisschen und lassen es uns schmecken. Ein Zweitkaffee muss natürlich auch  sein.

20150328_100944  20150328_093031-1

Dann wird es „ernst“: Wir schlendern zum Bahnhof, ringen dem Automaten für insgesamt stolze 4,80 € zwei Einstunden-Tickets ab und krabbeln in die Tram1 Richtung Schönefeld. Schon auf der Fahrt dorthin fühle ich mich in alte Zeiten versetzt, denn es scheint sich kaum etwas verändert zu haben – der Zahn der Zeit hat an vielen Ecken und Enden ungehindert weiter genagt.  Allerdings: in der

20150328_111100

hat sich was getan. Das Studentenwohnheim für PH, HHS und DHfK ist nicht wiederzuerkennen. Das Haus sieht im Rahmen seiner Möglichkeiten nett aus, und es wohnen andere Leute hier, denen sogar Balkons spendiert wurden. An solchen Luxus war vor hmzig Jahren nicht zu denken.

20150328_111358

Auf dem Rückweg in die City stelle ich fest, dass die Tram-Haltestelle noch die ist, an der wir damals letzte Freundinnen-Fotos aufgenommen haben, bevor wir nach Studienende auseinander gingen – ich dabei im schwarzen, wadenlangen Stufenrock und hellblauer Puffärmel(!)bluse von Icke. (NEIN: Solche Fotos zeige ich hier NICHT!) Weil die Bahn erst in 10 Minuten fahren wird, gehen wir eine Station zu Fuß. Plötzlich stehen wir vor diesem Geschäft.

20150328_112319

Ach du grüne Neune! Hier habe ich dereinst für Chef und Chefin ein schlimmes Foto von mir machen lassen, so richtig mit Pickelgesicht, Dauerwelle und Glitzerhaarspangen, es in einen noch schlimmeren Rahmen gebastelt und tatsächlich verschenkt. Es hängt noch immer bei der Chefin im Schlafzimmer. (Und DAS ist eigentlich das Allerschlimmste…)

Kurz vor dem Bahnhof steigen wir aus und gehen das letzte Stück zu Fuß, weil ich vorhin auf der Fahrt nach Schönefeld etwas entdeckt habe:

20150328_113826

Das war damals eine enorm wichtige Anlaufstelle für mich und mein Stipendium! Zu Zeiten, als CD’s oder gar der Download von MP3 (ha ha) in unserem so endlichen Ländle noch Quark im Technik-Schaufenster waren, hörte frau nämlich noch richtig Schallplatten! Vom obigen, einstigen Hort des akkustischen Wohlbefindens ist aber leider nichts geblieben. Wer kauft und hört heute schon noch Schallplatten?

20150328_113857

20150328_114010

Zurück im Zentrum schlendern wir den Georgi-Ring entlang Richtung Gewandhaus, dann zur Uni, zur Moritzbastei, zum Merkurhaus, zum Peterssteinweg… Meine Hochschule ist mehr als gründlich entsorgt worden, nicht einmal der Paternoster durfte überleben. Nur die äußeren Hüllen stehen noch:

20150328_121339

20150328_122740

20150328_122600-1

Wir laufen durch die Petersstraße, über den Markt, durch das Barfußgässchen, die Hainstraße, schauen in der Mädlerpassage vorbei und ob die „Pinguin Milchbar“ noch steht (sie steht) oder das kleine Musikalien-Antiquariat gegenüber der Thomaskirche noch existiert (es existiert nicht mehr). Himmel und Menschen sind unterwegs! So langsam werden wir pflastermüde. Die Füße summen ein ganz kleines bisschen. An der Thomaskirche haben wir doch ein Café gesehen…? Glücklicherweise finden wir wirklich einen Platz im „Café Kandler“. Im Schaufenster lockt eine Leipziger Spezialität.

20150328_133150

Im Café selbst ist es nett und gemütlich und gut besucht. Die Torten haben mickrige Durchmesser, davon sollte sich aber niemand täuschen lassen. Es werden ordentliche Keile auf die Teller gehoben! Genauso hat auch der Milchkaffee eine beeindruckende Größe. Der Regeneration steht also nichts im Wege… und eine schöne Aussicht gibt es gratis dazu!

20150328_124325  20150328_124814

20150328_125115

20150328_125813

Bevor wir wieder dem Bahnhof zustreben (müssen), sichten wir noch das Angebot des caféeigenen Außerhausverkauf. Sieht jut aus!

Café Kandler an der Nikolaikirche

20150328_142334

Da lassen wir doch glatt zwei Leipziger Lerchen erst in unseren Rucksack und dann mit nach Hause flattern in der Hoffnung auf ein schönes Sonntagskaffeetrinken. Nicht mit nach Hause dürfen leider, leider diese drei Damen:

SchokoManufaktur Goethe

Sie müssen im Regal der „Goethe Schokoladentaler Manufaktur“ hocken bleiben, weil wir nicht wissen, ob wir sie heil nach Hause bringen und für heute ja auch genug geschlemmt haben. Aber putzig sehen sie schon aus!

So langsam schleppt sich der Uhrzeiger Richtung 17 Uhr… Zeit für die Heimreise! Wir sind hochzufrieden mit diesem sonnigen Frühlingstag, aber auch hundemüde. Auf zum Bahnhof und ab in den Zug Richtung Norden.

20150328_165530

Erstmal eine kleine Augenpflege. Zu Hause eintauchen in die Wanne. Bisschen telefonieren. Noch ein übersichtliches Abendbrot. Und ein Gläschen Wein! Danke, lieber Reiseleiter, für diesen schönen Tag!!!

20150328_204131

Advertisements

4 Kommentare zu “Mei Leipzsch lob ich mir!

  1. Morgens hin, abends zurück?! Das war ja wieder ein sportlicher Tag. Gut, dass euch die Leipziger Lerchen am Leben erhalten haben 😉

  2. Na aber! Leipzig gehört doch schon fast zum Speckgürtel; in nullkommanix biste vor Ort. Sportlich war der Tag trotzdem; die Socken haben ganz schön gequalmt. Die Lerchen mussten erst heute dran glauben… voll lecker!

  3. Na Ihr Lieben, ich war schon wie ein bisschen neidisch auf euch. Konnte ja aber quasi mit euch mitlaufen und hab mich fast wie vor Ort gefühlt. Wenn wir gr0ß sind und mal ganz viel Zeit haben, dann müssen wir das mal gemeinsam wiederholen. LG

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s